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  1. #41
    Bevor ich wieder nix zu schreibe, Part 9:

    Monster Menu: The Scavengers Cookbook hab ich vor 'ner ganzen Weile schon angefangen (29.03.?) und bin irgendwie etwas begeistert von diesem Game. Der einzige Nachteil daran: Es wird aber auch wahrscheinlich nicht mehr besser. Die Idee dahinter, All-You-can-Eat-Survival im nächstbesten Mystery Dungeon, ist zwar auch nicht neu, aber ich muss sagen, bisher funktioniert die Umsetzung relativ gut. Die Story weniger, die ist beim Roguelite aber auch nicht der Punkt.

    Zusammengefasst greifen die ganzen Mechaniken des Spiels gut ineinander. Sowohl die Umgebung als auch die Welt (nennen wir's mal so) gehen Hand in Hand zumindest bisher ziemlich gut mit dem tatsächlichen Gameplay einher. Das Einzige, was mich davon abgehalten hat, das Spiel durchzuspielen sind ... andere Spiele. Und dass es ziemlich hart ist. xD

    • WARUM?! Linkey hat mal erwähnt, dass er bei NIS-Games immer in Funkeln in den Augen bekommt. Da ich lange kein NIS-Game mehr gespielt habe und das Teil direkt neben Baten Kaitos lag - unberührt, seit dem Foto, dachte ich mir, ich guck's mir mal an.
    • Was ist dieser Unfall von einem Spiel? Auf der Packung steht: "All-You-can-Eat-Survival-Abenteuer". Das Abenteuer stimmt nicht ganz - es ist ein taktisches Roguelite. Soll heißen, man beginnt immer wieder von Lv1 an, aber kann seine Ausrüstung, die auch Stats geben und alles, was nicht verrottet, behalten, damit der nächste Run besser wird. Auf Easy verrotten die Lebensmittel nicht einmal. Der Name des Spiels ist im Übrigen Programm - man kann alles essen, was man findet, außer vielleicht den Dungeon selbst.
    • Worum geht's da? Amanda (glaub ich?) zieht in die verlorenen Lande, um dort Schätze zu finden und reicher als Gott zu werden, doch das Glück ist ihr nicht hold - nach einem Dungeon ist sie fast vorm Verhungern, als sie eine Monsterleiche findet. Angewidert vom Anblick beißt sie die Zähne zusammen, drückt sich etwas davon rein, fällt in Ohnmacht und wacht an einer anderen Stelle wieder auf. Ihre Situation hat sich nicht geändert - sie muss durch einen langen Dungeon, bis sie endlich wieder Zivilisation sieht und dabei aufpassen, dass sie nicht verhungert. Zum Glück gibt es noch ein paar Mitstreiter, die sich ihr anschließen.
    • Ablauf: Basiscamp => Dungeon => Sterben => zurück zum Basiscamp, dieses Mal mit besserer Ausrüstung => Dungeon. Wem das Roguelite-Prinzip nicht zusagt, der findet hier nichts Neues.
    • Dungeons: Der Schwachpunkt des Spiels. Sehen nicht besonders ansprechend aus und spielen sich auch so. Zu Entdecken gibt's Monster (und bei 'nem Pandemonium ... noch mehr Monster), Sammelstellen und Altare (die entweder Boni oder Mali geben, mit denen man arbeiten kann), mehr nicht.
    • Kämpfe: Finden ähnlich wie andere NIS-Spiele (Disgaea z.B.) auf einem Grid-Spielfeld statt. Man kann in mit dem Rücken zugewandte Gegner reinrennen und sollte das auch tun, weil der Geschwindigkeits-Stat der Viecher in Summe schlicht absurd ist. Beim Erstschlag agieren alle Charaktere zuerst, bei einem regulären Kampf, kann man mindestens lahme Charaktere schon mal komplett vergessen - die nehmen zwangsweise Schaden (warum das sehr gefährlich ist – später). Bei mehr als 10 Leveln Unterschied fliehen Gegner, was es leichter macht, ihnen in den Rücken zu fallen (selbst bei absurden Stats).
    • Die Idee, Part 2: Man musste über den Dungeon hinweg insgesamt auf vier Leisten achten - Kalorien, Wasser, Zufriedenheit und eigene HP. Fällt eine davon auf 0, kann man den Run vergessen. Besonders schnell nehmen entweder HP oder Wasser ab, Kalorien waren bisher absolut nicht das Problem. Je nachdem, welche Diät im entsprechenden Stockwerk grad angesagt ist, herrscht Wassermangel oder -überfluss. Zufriedenheit sinkt, wenn man irgendwelches Ekelzeugs essen muss (Würmer, Augäpfel, etc.) oder aus logischen Gründen eigentlich nicht essbaren Krams (Holzbretter, Felsen, Erz etc.), alles andere steigert Zufriedenheit. Niedrige Zufriedenheit (unter 30 oder 25%) führt zu Wahnsinn (Permanenter HP-Verlust, unkontrollierbarer Charakter).
    • Die Idee, Part 3: Auf der Normal-Schwierigkeit kann man vielleicht 3/4 der Leisten vollständig füllen, eine meist nicht ganz. Man kann sich zwar die Zutaten auch so, entweder unverarbeitet oder irgendwie zubereitet, aber nicht als Gericht geben, bringt aber in der Regel keine permanenten Boni, ist aber immer noch besser, als sie vergammeln zu lassen. An einige Materialien/Zutaten ist man auch nur auf diese Weise gekommen - z.B. kontaminiertes Wasser zu kochen/destillieren, um reines Wasser zu erhalten. Auf Hard ist die HP-Leiste das erste, was auseinanderfällt. Abseits von den Elite-Mobs (die dann gar nicht mehr umgebolzt werden können) haben die regulären Viecher bereits so schon absurde Werte. In der Nacht sind Monster aggressiver und stärker (teilweise bis zu doppelte Werten), droppen aber auch in der Regel bessere Gegenstände. Man kann sich an Raststätten jedes Stockwerk komplett heilen, das frisst aber genauso viele Prizente der Hunger- & Durst-Leiste.
    • Kochen: Die zentrale Mechanik des Spiels: Man kocht irgendwelchen Quatsch aus Zutaten zusammen, die man im Ödland oder im Wald findet. Von seltsam aussehenden Früchten (die wahnsinnig machen) über Innereien bis zu Insekten ist alles dabei. Die Rezepte dafür musste man finden - man kann aber auch auf gut Glück Zutaten zusammenwerfen. Wenn ein Gericht dabei herauskommt, wird einem das angezeigt. Der Clou: Auf diese Weise erhaltene Essenseffekte waren permanent und blieben bis zum Tod bestehen. Möglichkeit 1, Charaktere stärker werden zu lassen.
    • Crafting: Ausrüstung musste man finden, und die reichte wie in einem Diablo-Verschnitt von der Qualität von grau (normal) bis orange (legendär) mit Abstufungen. Man konnte unerwünschte Ausrüstung für Materialien (Erz, Stein, Holz und zum Teil auch Käfer) zerlegen und die Enhancer, die daraus gewonnen wurden, fürs Verstärken von Gegenständen nehmen. Hat sich absolut rentiert. Eine 5*-Anfangs-Waffe mit brauchbaren Perks (was nochmal ein eigenes Thema ist) konnte eine spätere Waffe locker schlagen. Möglichkeit 2, Charaktere stärker werden zu lassen, dieses Mal permanent. Abseits der Waffen konnte man auch noch neue Gegenstände fürs Kochen herstellen - Bratpfanne, Fallen, Köder oder sowas.
    • Perks: Ein Ausrüstungsgegenstand konnte mit bis zu 15 verschiedenen Zusatz-Stats (Perks) versehen sein. Der Nutzen davon variierte von komplett nutzlos (Status-Resistenzen, Item-Damage UP, etc.) über akzeptabel (Species Slayer, Looter's Gain, Treasure Map) bis hin zum Jackpot (Waffenstat UP, Element-Dmg UP, ATK, SPD). Auf Normal hat man äußerst selten Gegenstände mit 15 Stats gefunden, das Höchste war vielleicht 7 oder so. Auch hier: Eine Waffe mit schlechten Stats aber guten Perks war wertvoller als andersherum.
    • Skills: Mussten durch einen Perk gelevelt werden. Gibt viele verschiedene, aber sehr wenig AoE, weswegen ein Mage manchmal Gold wert war.
    • Charaktere/Klassen: Man kann sich am Anfang neben Amanda paar Charaktere erstellen, die auch kurz vorm Verhungern stehen. Abhängig davon, welche Klasse die haben (bei mir Berserker, Lancer und Archer), haben sie anderes Lieblingessen - der Berserker Fleisch, der Lancer Fisch und der Archer Gemüse. Das Lieblingsessen spiegelt auch bisschen das verhalten der Charaktere wider.
    • Pandemonium: Wie in jedem Mystery Dungeon gibt's natürlich auch den Monsterhort/das Pandemonium. Elite-Gegner treten hier öfter auf, man muss meist gegen viele Gegner antreten und alles hat bis ins Absurde gestiegene Werte. Wheeeee!
    • Erkundung von Gebieten: Tendenziell ist's schon wichtig, Gebiete zumindest einmal komplett zu erkunden. Man kann danach noch Monster schlachten gehen (gibt alles Materialien), muss aber dann halt gucken, ob es sich mit dem Kalorien-/Wasserverbrauch rechnet. Zumal es diesen unangenehmen Wind wieder gibt, der einen aus dem Dungeon rausschmeißt, wenn man zu lange auf einer Ebene verweilt.
    • Schwierigkeit: Es gab so ein paar Viecher, die irgendwie immer aufgekreuzt sind und die einem das Leben schwergemacht haben. Die ersten sind die Arges auf F8-10, Golems, die zwar lahm waren, aber sämtliche Charaktere an diesem Punkt mehrfach oneshotten können. Gegen die muss man mit Statusveränderungen arbeiten - Schlaf, Paralyse und Gift zusammen erledigen wunderbar ihre Arbeit, Madness/Wahnsinn sorgt dafür, dass das Monster nur noch selten angreift. Man braucht das alles, weil Kämpfe gegen diese Golems sehr lange dauern. Die zweiten Gegner dieser Art hab ich auf F26-28 gefunden - Crypians (irgendwas zwischen Hund und Echse), hatten grundsätzlich Erstschlag (dank hoher Geschwindigkeit) und konnten sämtliche Charaktere einfach oneshotten. Denen konnte man nur mit eigenem Erstschlag entgegentreten, sonst konnte man Kämpfe mit denen vergessen. Es war zwar auch möglich, einfach wegzulaufen, aber nicht, wenn alles voller Monster ist - Kämpfe gegen ein Monster haben die ganze Umgebung mit einberufen.


    Noch hat mich das Spiel, echt. Hilft auch, dass es ziemlich kurzweilig ist, man eine Ebene machen und das System danach wieder ausschalten kann.
    Geändert von Kael (11.04.2024 um 09:57 Uhr)

  2. #42
    #168 – Magical Starsign (NDS)

    Gestartet: 20.03.2024
    Beendet (Cleared!): 21.03.2024
    Beendet (All Done!): 26.03.2024



    Warum gerade dieses Spiel?

    Die Idee, Magical Starsign, (kurz: MS/Starsign) als den Nachfolger von Magical Vacation zu spielen, stand schon lange. Ich hätte es auch letztes Jahr durchgespielt, es kam aber die Idee auf, Starsign als LPT zu spielen. Offenbar hatte ich es mit dem Spiel etwas eilig, es hat nämlich nicht mal drei Tage gehalten. Das hatte drei Gründe: Zum einen spielte es sich ziemlich flutschig, ohne große Hürden und Schwierigkeiten, zum anderen hielt die Vorfreude noch an, und zum dritten auch die anfängliche Begeisterung. Wie man der Beschreibung schon entnehmen kann, haben Punkt Zwei und Drei nicht sonderlich lange angehalten, da Starsign nur ein okayes Game ist - es macht bisschen was her und spielt in einem ziemlich einzigartigen Szenario, aber irgendwie auch nur das. Man sieht's dann später!

    Spielweise:

    • Schwierigkeit war Normal – es gab auch nichts anderes. Bis auf zwei oder drei Stellen war das Spiel eh einfach, das Postgame hat dann ziemlich angezogen.
    • Die Protagonistin, die man benennen konnte, war weiblich und hieß Lime, weil mal wieder alles im Spiel nach Essen benannt ist. Eigentlich heißt sie Financier, was nicht mal in die Namenseingabe passt. Ich behalte dieses Mal aus Style-Gründen meinen gegebenen Namen.
    • Limes verwendete Magie war Dunkelmagie. Als Alternative gab's auch noch Lichtmagie. Die beiden Magiearten dürften ungefähr gleich stark gewesen sein, gegen manche Bosse ist Licht stark, gegen andere Dunkelheit. Lichtmagie wurde am Tag stärker, Dunkelmagie in der Nacht. Tag und Nacht haben ungefähr alle 15 Minuten Echtzeit gewechselt. Dunkelmagie in der hinteren Reihe basierte außerdem auf Multi-Hit, Lichtmagie auf Flächenschaden. Der Multi-Hit war später unfassbar nützlich.
    • Aufstellung der Partymitglieder war folgendermaßen - Mokka & Pico verweilten immer in der Vorderreihe, Lassi und Sorbet immer in der Hinterreihe. Chai und Lime haben gewechselt, manchmal war die Vorderreihe sinnvoller, manchmal die Hinterreihe. Die Hinterreihe ließ ausschließlich (schwachen) AoE oder Multi-Hit-Angriffe zu, die Vorderreihe physischen Schaden und starke ST-Angriffe.
    • Spellstrikes und Reflex Guard hab ich beides nicht verwendet, dafür war mein Timing zu schlecht. Spellstrike hieß, einen Charakter zum passenden Zeitpunkt anzutippen, während er angegriffen hat, Reflex Guard war dasselbe beim gegnerischen Angriff. Erhöhte bzw. reduzierte den entsprechenden Schaden.
    • Als man die Wahl hatte, nach Gran oder Puffoon zu gehen, bin ich nach Gran gegangen. Die Trashmobs dort hatten es in sich, aber der Boss war dafür ziemlich leicht.
    • Gesammelte Putty Peas waren 19. Ich nehm an, es gibt 20.
    • Bei der Ausrüstung hab ich mich oftmals auf die spezifischen Ausrüstungsteile verlassen, z.B. Chais Garden Mitts, die Item-Heilung verdoppelten. Der Rest war in Prinzip beliebig, weil man eh keine große Auswahl an Ausrüstung hatte - entweder man hat etwas Glück gehabt und Gegner ließen Ausrüstung fallen, oder man hat halt das aus den Shops genommen. Ich hab bis zum Endgame mit dieser Ausrüstung gespielt. Das Postgame wurde durch zwei Sets bewältigt: Zunächst das Winged-Set (gewährt Erstschlag), dann das Misty-Set (Ailment Immunity). Beide musste man sich von Monstern erbeuten und zumindest ersteres war bitter notwendig, da man sonst im Postgame-Dungeon nichts reißt.
    • Physische Angriffe, die keine MP verbrauchten, wie Slap/Punch/Kick wurden komplett vernachlässigt – außer bei manchen Mobs am Anfang, als man das nutzen musste. Lohnt sich nicht.
    • Das Postgame hab ich erledigt, die Voraussetzungen dafür waren erfüllt (Vor dem Raum mit dem Wurm in den Chromagar-Höhlen nochmal umzudrehen und zurück zur King's Road). Die Glissini-Höhlen waren ein ziemlich minimalistisch umgesetzter 20-Ebenen-Dungeon, bei dem man immerhin die Herausforderung gefunden hat, die im Maingame fehlte, inklusive Bosskämpfe.
    • Game Over während dem Maingame hatte ich zwei und eines was ich provoziert hab (Auf Razem bei der Befreiung der Magier gegen den brennenden Felsen zu laufen, der einen verfolgt). Einen auf Gran gegen die Viecher im Wald, die ihren üblen Dämon beschworen haben und eines gegen Chard kurze Zeit später. Der Rest war ziemlich einfach - der Boss hat einen Zug (der in den meisten Fällen vernachlässigbar ist), die Party hat sechs davon. Total lächerlich. Und dann gab es ja noch das Postgame. Ab dann waren Game Over an der Tagesordnung. Die erste Ebene alleine stellt einen vor immense Herausforderungen, wenn man Monster nicht aus dem Kampf nehmen kann. Die Bosse stellten sich später ebenso vereinzelt als harte Nüsse heraus, mit zwei (ebenso lächerlichen) Ausnahmen: Endboss Shadra und Superboss Umbra (Shadras Re-Skin in den Glissini-Höhlen). Ist das mies, dass ausgerechnet diese Beiden nicht mehr draufhaben als Zahnbelag.
    • Ich hab auf Englisch gespielt. Als ich realisiert hab, dass man auf Deutsch spielen kann, war die Hälfte vom Spiel schon herum. BIGGEST REGRET!
    • Spielzeit (bis der Abspann gesehen wurde): 020:17 h (Cleared!), Lv57
    • Spielzeit ("100%"): 027:32 h (All Done!), Lv92
    • Party war (Ende Maingame): Lime Lv92 / Lassi Lv92 / Mokka Lv92 / Chai Lv92 / Pico Lv92 / Sorbet Lv92


    Disclaimer: Es stecken noch paar Vergleiche zu MV in diesem Text, obwohl's da eigentlich nicht drum gehen soll. Der Grund ist, dass sich die Spiele ziemlich ähnlich sind, und sich genauso ähnlich spielen. Seht's mir nach.

    Story:


    Die Will-o-Wisp-Akademie ist ein Ort, der schon viele belesene Magier hervorgebracht hat. Nur die Besten können hier sich dem Studium der Magie hingeben, doch nicht alle haben ihre Magie für etwas Gutes eingesetzt. Principal Biscotti, der Leiter der Schule ist schon seit einer ganzen Weile auf der Suche nach einem Schüler namens Kale, der im Weltraum für nichts als Unfrieden gesorgt hat, nachdem er ein verbotenes Buch gelesen hat – das „Book of the Darned“, in dem Craaken, ein legendärer Erzmagier die Existenz des Baklava-Sonnensystems selbst verfasst hat und wie es funktioniert. Seine Lehren gingen aber stets als Blasphemie durch, selbst später an seiner eigenen Akademie, wo er selbst zum Tode verurteilt wurde und die verbleibenden Bücher verbrannt wurden. Um Kale davon abzuhalten, zu viel Unsinn mit der einzigen verbleibenden Kopie des „Books of the Darned“ anzustellen, schickt er Madeleine, die Lehrerin von Lime und Lassi, Mokka, Pico, Chai, Sorbet und noch einigen Weiteren in den Weltraum hinaus, um Kale das Handwerk zu legen. Trübsal und Bedauern macht sich bei einigen der Schüler breit – keine Madeleine heißt, Vertretungslehrer zu bekommen, wie Doktor Pistachio, der bekannt dafür ist strenger zu sein als alles vor der Akademie jemals Hervorgebrachte.

    Als Madeleine nach drei Monaten immer noch nicht zurückkehrt, machen sich die sechs Schüler auf den Weg, um in der Akademie nach weiteren Raketen zu suchen – es kann ja wohl nicht sein, dass Madeleine die einzige davon genommen hat. Zum Glück hatte Madeleine in weiser Voraussicht den Schülern einen Crashkurs im Kämpfen gegeben. Ohne Ahnung davon zu haben, wie die Teile funktionieren, schnappen alle sechs sich jeweils eine Rakete und starten – wobei es jeden auf einen anderen Planeten hin verschlägt. Gestrandet und verloren in den Weiten des Alls müssen die Schüler nun alleine zurechtkommen, denn das All ist im Allgemeinen nicht gerade freundlich. Irre Roboter, Maulwürfe, die auf prophezeite Helden warten, Raum-Piraten, die Raumpolizei, die versucht, genau diese Piraten dingfest zu machen, listiges Katzenvolk, durchtriebene Zwerge, und noch viel mehr – alle haben Pläne und setzen diese ohne Wimperzucken um. Und dabei ist nicht mal klar, was in Craakens „Book of the Darned“ überhaupt steht und was Kale damit zu tun hat …

    Story-Eindruck:


    Starsign zeichnet sich dadurch aus, dass man durch die zähe erste Hälfte des Spiels muss, in der mal wieder die alleinige Aufgabe ist, die ehemalige Party wieder zusammenzutrommeln. Natürlich wäre auch das zu langweilig, weswegen einige Partymitglieder diesem Ziel aktiv entgegenwirken. So will Sorbet Kale zunächst helfen, viele, sehr viele Magier zu versammeln, um ihm im entscheidenden Moment in den Rücken zu fallen und Madeleine zu retten, die auch von ihm aufgrund ihrer gewaltigen magischen Kraft gefangengenommen wurde - wir erinnern uns, sie ist enigma-verstärkt. Wozu das Ganze dient, wird in der deutlich düsteren zweiten Hälfte des Spiels erklärt, als man sich gemeinsam überlegt, wie die Schüler-Rakete es am Besten durch die Sonne schafft. Getrennt wird dieses Mal in die Suche nach den Mitstreitern, Kales großes Vorhaben und das Ende.

    Die Suche nach den Mitstreitern
    Die erste Hälfte spielt sich unfassbar albern und durchtrieben. Nachdem Lassi und Lime beide beinahe von einem Asteroiden zerschossen werden und auf dem sonnenentferntesten Planeten Erd landen, brauchen sie erstmal das Wichtigste - eine neue Rakete, die sie wieder von da wegbringt und diese auch von den dortigen Bewohnern stehlen müssen. Im Allgemeinen geht es hier darum, in erster Linie Verbündete zu finden, weil so ziemlich alle Schüler und Schülerinnen kopf- und planlos durch die Gegend straucheln. Mokka bekommt seinen Kopf herausgerissen und wird als Batterie für eine batteriebetriebene Kiste missbraucht, Chai dagegen wird konsequent von der Raumpolizei gejagt, weil er Informationen zu Madeleine aus dem Polizei-HQ hat mitgehen lassen. Pico wiederum wird von Felins/Katzen gefangen genommen und an einen Marterpfahl gefesselt, um im Anschluss von dem Dorfoberhaupt Durum an Kale, Chard und die Piraten verkauft zu werden - er kann ja Magie einsetzen und Sorbet rennt durchgehend vor der Party weg, weil sie einen Plan hat, wie sie Madeleine alleine retten will. Die einzelnen Arcs der Planeten beziehen sich im Übrigen auch nur geringfügig auf die Partymitglieder, was schade ist, sondern fokussieren sich auf einige Nebencharaktere, wie das letzte Mal auch. Konkret geh ich mal über zwei davon - die Ereignisse auf den Planeten Puffoon und Gren. Ersteres, weil's mich amüsiert hat ohne Ende, letzteres, weil die Charaktere eine etwas größere Rolle spielen. Auf Puffoon müssen sich Lassi, Lime und Mokka mit einem von der Raumpolizei aus Gründen gejagten Chai und mit endloser Bürokratie herumschlagen. Tatsächlich erinnert das ganze Puffoon-Szenario massiv an Passierschein A38: Sie haben herausbekommen, dass die Piraten mit Madeleines Verschleppung zusammenhängen und wollen bei der Raumpolizei gewissermaßen Anzeige gegen Unbekannt erstatten sowie Madeleine als vermisst melden. Der Preis dafür ist ein lang andauerndes Bürokratie-Formular-Abenteuer über fünf Stockwerke, bis sie feststellen müssen, dass Leutnant Mugworth nichts machen will oder kann, bis sie ihm den Schurken nicht vor seine gerümpfte Nase liefern und sich stattdessen lieber mit ihrem Anliegen an Twigadamus, einen magischen Zweig im Nachbarort wenden. Faules Bürokratie-Pack, das typische Klischee? Das Szenario auf Gren spielt sich komplett anders: Zwar muss Pico vor seiner Auslieferung an die Piraten gerettet werden, aber eigentlich geht's mehr um Dorfoberhaupt Durum sowie seine Töchter Semolina und Farina, von denen letztere magisch ziemlich begabt ist. Kale braucht immer noch möglichst viele Magie-Anwender, weswegen Durum auf die Idee kommt, Pico auszuliefern, der sich einfach nur verirrt hat, damit die mit Kale verbündeten Piraten nicht mit dem kompletten Dorf aufräumen. Tatsächlich ist ihm jeder Recht, den er ausliefern kann - das schließt Semolina mit ein, die sich als Farina verkleiden musste, nur, damit es Farina nicht erwischt, seine Favoritin unter den beiden Kindern. Dass das nicht gut gehen kann, ist auch klar - nachdem Lime mit den Piraten aufräumt (was nebenbei Otter sind) werden die drei aus dem Dorf geworfen, weil Durum, bis Pico aufgetaucht ist, Dorfbewohner an die Piraten verkauft hat. Das setzt allen dreien und besonders Semolina ziemlich zu, gerade da sie eh schon an Minderwertigkeitskomplexen leidet, weil sie nicht so ein Überflieger ist wie Farina - und die wiederum ist einfach nur ziemlich gruselig. Abgesehen von dem Sammeln von Verbündeten muss sich Lime auch überlegen, wie sie an eine Hitzebeschichtung kommt, da Sorbet zu allem Überfluss Richtung Razem (sonnennächster Planet) geflogen ist und was sie unternehmen, wenn die Hitzebeschichtung alleine nicht mehr reicht, da Kale, als es aussieht, als hätten sie Madeleine endlich gefunden, die ganzen Magier prompt per Teleportation in die Sonne verfrachtet. Das führt dann zur zweiten Hälfte des Spiels, die Rakete soweit betriebsbereit zu bekommen, dass sie massiver Hitze standhält - durch Jahrtausend-Gummis, die wohl mächtigsten gummibärchenartigen Gebilde in der Geschichte von Magical Starsign - und vermutlich auch generell.

    Kales großer Plan
    Nachdem die Party herausgekriegt hat, was Kale - oder "Meister Braunkohl", wie man ihn sonst noch nennt, vorhat, geht es ihnen nur noch darum, seinen Plan schnellstmöglich zu unterbinden, bevor alles zu spät ist. Das Book of the Darned, das er gelesen hat, beschreibt nichts mehr als den Zyklus des Baklava-Sonnensystems, sein Leben, sein Sterben. Im Inneren der Sonne lebt ein Wurm, der sie nach und nach auffrisst und sich von der Energie ernährt, die sie abstrahlt - oder von Zucker, wie man später sehen wird. Sobald der Wurm sich in Shadra verwandelt, zerstört dieser nicht nur die Sonne, sondern auch das Sonnensystem und gebärt es neu, reißt aber als logische Schlussfolgerung alles andere mit sich. Wie es dazu kam, dass Kale einfach zu einem Bringer der Apokalypse wurde, wird im Spiel nicht ausreichend erklärt - nur, dass er, bevor irgendwas in Magical Starsign passierte, schon mehrfache Rückschläge hinnehmen musste, er bei der Raum-Polizei gekündigt und seinen Plan in die Wege geleitet hat. Wieso ihm Chard/Nougat und die Piraten folgen, kommt zwar auch nicht sonderlich zur Geltung, wobei man die Piraten bestimmt bestechen kann und Chard eh vor Begeisterung gegenüber Kales "Weitsicht" fast explodiert. Was Shadra betrifft, ist das Vieh in der Sonne wohl schon immer gewesen, und außerdem quasi unsterblich - es kommt einfach immer wieder, auch eine der Lehren, die von Craaken kam und von Kale umgesetzt wurden. Das Sonnensystem wird aber nicht nur durch Kale bedroht, sondern auch durch eine Fraktion, die niemand auf dem Schirm hatte und niemand vorher wusste: Die Roboter von Erd - und konkret Mokka selbst. Die Idee ist, dass die Batterien hin und wieder mal geladen werden müssen, Elektrizität aber so nicht wirklich existiert. Stattdessen gibt's eine Maschine, die Gummi-Material/Gummibärchen/karamellisierter Zucker fürs Laden der Batterien verwendet. Die Roboter haben einen Weg gefunden, Menschen in dieses Material zu verwandeln, was sie kompromisslos durchführen werden, gehen ihre Batterien zur Neige. Genauso haben sie im Übrigen auch ihre Erschaffer vernichtet und eben das droht in ein paar Jahren wieder, selbst wenn Shadra nicht von Kale mit karamellisierten Magiern gefüttert werden würde. Das ist im Übrigen auch sein ganzer Plan - Magier geben Shadra mehr Energie, wodurch der sich schneller verwandeln kann und somit den Untergang des ganzen Sonnensystems deutlich beschleunigt. Mokka selbst dreht übrigens nicht nur einmal während der ganzen Reise durch und muss sich an mehreren Stellen eingestehen, dass er nicht ganz glücklich mit seiner eigenen Spezies ist. Man kann sich aber eh fragen, wie diese, damals schon präsente Thematik in Magical Vacation (Laut den Espressos, den Erschaffern der Roboter, existiert dieses Dilemma schon seit ~13,000 Jahren) noch kein Problem war.

    Zuletzt noch zum Ende und dem allgemeinen Humor im Spiel. Mit dem Ende war ich nicht zufrieden, aus mehreren Gründen nicht. Zum einen wird, wie man auch so schon sieht, nicht viel zu den Hintergründen erklärt und ein ziemlicher Deus Ex Machina-Moment führt dazu, dass der Aufbau des eigentlichen Antagonisten - also nicht Kale, ad absurdum geführt wird. Läuft so ab (Ending-Spoiler!): Shadra wird auf Anraten Madeleines, die aber zu dem Zeitpunkt schon komplett karamellisiert ist, von den sechs Schülern mit ihrer magischen Energie gefüttert und anschließend geplättet, wodurch Shadra zwar die Sonne frisst und eine neue grell leuchtende Sonne produziert, aber nichts weiter zerstört wird. Wahrscheinlich ist Shadra nach seiner Niederlage einfach zu platt, um das Sonnensystem mit auszulöschen. Das Roboter-Problem ist im Übrigen auch gelöst, weil sie plötzlich alle von Sonnenenergie leben können, ohne irgendwas in Zucker zu verwandeln und deswegen auch nicht mehr durchdrehen müssen. Madeleine nibbelt zwar trotzdem ab, aber immerhin hat dieses Opfer das ganze Sonnensystem gerettet. Das ist zwar schön, aber die Voraussetzungen dafür existierten schon länger, sodass dieser Move überhaupt keinen Sinn ergibt. Warum ging das vorher nicht? Der Humor hat mir aber ziemlich zugesagt, trotz der düsteren zweiten Hälfte des Spiels. Die Charaktere schlagen sich Sprüche um die Ohren, Charaktere und Orte sind wieder nach Essen benannt, Pico bekommt einen Nackenklatscher vom Rest der Party, als er den Wald von Gren in Brand stecken will - nur, weil er seine Kräfte als Einziger nicht einsetzen durfte. Bries Polizei-Outfit (sehr, äh, freizügig) wird an mehreren Punkten im Spiel aufs Korn genommen - eine derartig gekleidete Polizeibeamtin ist nicht ernst zu nehmen. Der Achievement-GET-Sound, der spielt, wenn ein Charakter grade seine Spezialfähigkeit eingesetzt hat (Lassi z.B. Sturm, Mokka Erdbeben, Pico Großbrand), ... vollkommen egal, ob der Magieeinsatz mehr Schaden als Nutzen angerichtet und das Leben der Völker an anderer Stelle ruiniert hat. Konkret: Das Schiff der Piraten, das wegen Lassi Bruchlandung erleidet, weil sie einen Sturm heraufbeschwört und bestimmt 10 Todesopfer fordert. Sind alles Otter-Piraten, interessiert also keinen. Celadon, ein mächtiger Magier-Pot, der sogar Kale zu blöd ist - weil er nicht karamellisiert werden kann, ihn deswegen trotz seiner hohen Magiefähigkeit nicht braucht und deswegen Sorbet steckt, sie möge ihn stattdessen einfach zerschmettern. Im Anschluss rettet er den Rest der Party vor einen von Kales ziemlich fatalen Angriffen. Und Mokka mochte ich ja generell. Der würde sein Leben wohl so ausdrücken: "Mal wird mein Kopf abgerissen, mal wird über mich drübergetrampelt, mal sind meine Batterien leer. Irgendwas ist immer." Schade nur, dass es trotzdem nicht für mehr Partyinteraktion und -dynamik gereicht hat, dafür haben die Nebencharaktere wieder zu viel Platz eingenommen.

    Gameplay:


    1) Allgemein

    Das Gameplay ist im Vergleich zu Magical Vacation deutlich vereinfacht. Man muss auf weniger aufpassen, die Schadens-Faktoren sind bei weitem nicht so krass und es ist in Summe deutlich übersichtlicher. Leider fielen damit aber auch ein paar Entscheidungen innerhalb des Gameplays weg, die Magical Vacation einzigartig gemacht haben. Trotz allem empfand ich's als würdigen Nachfolger, da der Charme der Welt zumindest erhalten blieb.

    Die lebendige, fantasievolle Welt hat sich seit Magical Vacation nur geringfügig verändert. Zum einen gab es wieder die Referenz auf jegliche Art von Essen, egal ob in Dungeons, bei Charakteren oder in Dörfern. So gab's Dörfer, die "Früchtetee" oder "Makkaroni" hießen, während die Dungeons eher Richtung "Grillspieß-Höhle" oder "Couscous-Ruinen" gingen. Dorfbewohner hatten auch sehr häufig irgendwelche witzigen Dinge zu sagen. Über die Töpfe, bei denen nun klar ist, wie sie sich vermehren (Während einem Sternenregen, entstehen alle 200 Jahre neue Junior-Töpfe) bis hin zu den Pyrites/Metallwürfeln, die dieses Mal nur davon labern, dass man sie bitte mitnehmen und verkaufen möge, weil der Ort, an dem sie sich befinden, zum Himmel stinkt (Wie können die das beurteilen?). Von dem ganzen Rest, überdimensionale Maulwürfe, Katzen/Felins, Otter, Roboter (die eher stoisch unterwegs sind und dafür z.T. wie Mokka ganz schöne Burner heraushauen), Zwerge und natürlich Oberster Weiser Twigadamus, mal ganz abgesehen. Nun ist das Ding: Wenn man Magical Vacation schon kennt, ist das nix Neues mehr, sprich, es nutzt sich ab. Und während die Dörfer zumindest halbwegs frischen Wind in die Welt brachten, war das bei den Dungeons nicht mehr der Fall. Im direkten Vergleich hat man nur die üblichen Gesichter gesehen - überwiegend Frösche und Würmer, also HP- und MP-Heilmittel, die man einfangen und einstecken konnte. Dungeons waren überwiegend hindernislos, sodass man einfach durchrauschen konnte. Vereinzelte Gimmicks gab's zwar, aber zum einen nichts nennenswertes, zum anderen wurden die Fähigkeiten der Protagonisten stark in den Vordergrund gerückt - Lassis Sturm, Mokkas Erdbeben oder Picos Großbrand wurden vereinzelt angewendet, wenn sich irgendwo eine "Barriere" befand, wegen der die Party nicht weiterkam - wie z.B. die Piraten, die sich der Party in den Weg stellen und von Lassi einfach weggeblasen werden - oder ein paar Raum-Polizisten, die kurzerhand halb von einem Stein erschlagen werden, den Mokka in Bewegung gebracht hat. Das Ganze hätte ruhig entweder noch öfter oder rückwirkend angewendet werden können. Da man die Planeten sowieso immer wieder besucht, hätte nichts gegen eine Sorbet-Stelle auf Wasserplanet Cassia gesprochen(wenn man erstmal nur Lassi und Mokka im Team hat). Zusätzliches Leben in Dungeons durch andere Lebewesen gab es zwar auch - manchmal Piraten, manchmal Leute, die im Dungeon so oder so umherwuselten, manchmal irgendwelche anderen Viecher, ersetzt aber nicht weitere individuelle Möglichkeiten, mit den Dungeons zu interagieren. Natürlich machten auch Random Encounter und von Würmern beschworene Viecher einem den Aufenthalt in Dungeons so unangenehm wie möglich.

    Die Magie wurde stark verändert. Statt 13 Elementen gibt es nur noch 7, wobei sich Protagonistin Lime zwischen Licht und Dunkelheit entscheiden konnte, beides zusammen war nicht möglich. Statt dem unsinnigen MV-System der Elemente, als Holz und Feuer nichts miteinander zu tun hatten, verlief das Element-System in Starsign ziemlich geradlinig: Feuer > Wald > Wind > Erde > Wasser > Feuer und Licht/Dunkelheit waren gegeneinander schwach. Man muss an der Stelle sagen, dass das System deutlich besser gebalanced war als noch in MV, weil Licht/Dunkelheit ungefähr gleich stark waren und Tag/Nacht auch genau ca. 15 Minuten dauerten, aber gleich lange waren. Treffer auf die Schwäche bedeuteten immer kritischen Schaden, aber es ging noch ein wenig weiter. Planeten konnten in Einklang mit ihrem Element gebracht werden, sodass sie ihr Element verstärkten und blieben etwa zwischen 5 und 25 Minuten Echtzeit in ihrem Element, bevor sie für rund 2 Stunden Echtzeit nicht mehr relevant waren. Bevor die Begeisterung zu groß wird: Man konnte das durch Celestial Swap manipulieren, Gegner wie die eigene Party, was dieses eigentlich ganz gut ausgedachte System komplett zerrissen hat, aber dazu später. Wollte man seine Angriffe noch weiter verstärken (nicht, dass das notwendig gewesen wäre), gab es noch die Möglichkeit des Spellstrikes, mit dem Stylus zum richtigen Zeitpunkt auf den richtigen Charakter zu drücken, damit er anfängt zu leuchten und noch weiter verstärkt wird. Alles zusammen verursachte geschätzt das Vierfache eines normalen Zaubers, was schön war, da viele Gegner in Starsign auch ziemlich hohe HP hatten, vor Allem Bosse und größere Trashmobs wie die Enigma, aber bei weitem nicht notwendig. Die Effizienz von den Schwäche-Treffern alleine reichte schon mehr als aus, Spellstrikes und Planeten im Fokus ihres Elements waren nichts mehr als die Kirsche auf dem Candy oder so. Dann gab es noch eine neue Mechanik - die Vorder- & Hinterreihen, die anders funktioniert haben als in anderen Spielen. Die Idee bestand hier daraus, dass Magie in der hintere Reihe zwar schwach wird, aber alle Gegner trifft oder zum Multi-Hit wird, während Frontlinien-Magie zwar nur einen Gegner trifft, aber stark bleibt und die Möglichkeit öffnet, auch physisch draufzuhauen. Ein hübsches Detail: Das funktionierte bei Gegnern im Übrigen ähnlich. Setzten Trashmobs Magie ein, bestand eine ziemlich hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie zum AoE wurde, wenn sie aus der hinteren Reihe kam, während Gegner aus der vorderen Reihe eher physisch zuschlugen. Aus diesem Grund gab es Partymitglieder, die für die vereinzelten Reihen prädestiniert waren: Lassi war die einzige mögliche Quelle für Multi-Heilung, hatte deswegen in der Vorderreihe nichts verloren. Sorbet konnte als einzige Party-weite Debuffs entfernen und Magie annullieren, weswegen sie sich auch eher in der hintere Reihe einfinden konnte. Mokka hatte absurde HP und hohe Verteidigung (was dieses Mal sogar funktioniert hat), war deswegen wie geschaffen dafür sämtliche physischen Treffer abzufangen, ähnlich wie Pico auch. Dunkelheits-Lime konnte in beiden Reihen glänzen - auch wenn die hintere Reihe aus Gründen besonders geschaffen für sie war, dank heftigem Multi-Hit auf sämtlichen Angriffen. Man musste die Charaktere im Übrigen auch nicht 3:3 aufteilen, 2:4 und 4:2 ging auch, wenn man das wollte.

    Zuletzt noch kurz zum Ausrüstungssystem: Starsign lebte quasi davon, dass einige Ausrüstungsgegenstände zugeschnitten auf bestimmte Charaktere waren und diese aktiv in ihrer Rolle verstärkt haben. Prominent dafür waren Chais Gartenhandschuhe und Mokkas Erdrüstung. Ersteres verdoppelte Heilung durch Items und war früh verfügbar, letzteres erhöhte die HP von Mokka (und nur ihm) um satte 500 Zähler. Andere Ausrüstungsgegenstände verstärkten wiederum Werte bei kritischen oder maximalen HP, oder aber, wenn Charaktere durch Planeten verstärkt wurden. Einige Monster besaßen aber auch einen exklusiven Drop, den man einstecken durfte, wenn man Glück hatte. Oftmals war der sehr viel besser von den Werten her als alles, was man in den Läden gefunden hat oder hatte gar einen Set-Effekt - und zwei dieser Sets wurden im Postgame ziemlich relevant, sodass man ohne absolut nicht mehr auskam - oder es den Aufenthalt in den Glissini-Höhlen zumindest massiv erschwert haben. Die haben nebenbei ausgesehen wie zusammengeklatscht - eine Leiter, eine Ebene, Random-Trashmobs, ein Elite-Gegner (die stärkstmögliche Trashmob-Konstellation) und noch eine Leiter, die weiter herunterführte. Das ist nicht, was ich mir unter brauchbarem Postgame-Dungeon-Design vorstelle.

    2) Schwierigkeit & Kampfsystem


    Magical Stargisn war eher anspruchlos von der Schwierigkeit und das, obwohl man mit MV bewiesen hat, dass man's besser kann. Die Verstärkung von Angriffen war nicht mal notwendig, die Kämpfe gegen Bosse überwiegend stumpf und straightforward, vor allem in der zweiten Hälfte. Und eine besondere Mechanik, die Starsign komplett zerrissen und vereinfacht hat, will ich auch noch auf meiner Unmuts-Liste der unnötigsten Spielmechaniken verewigen: Celestial Swap, besser bekannt als das Fortbewegen von Planeten in ihre Elementzone herein oder aus ihrer Elementzone heraus. Man konnte nebenbei Planeten nur im Uhrzeigersinn verschieben, nicht dagegen.

    Starsign ist ähnlich wie MV aufgebaut. Das heißt, es gibt keine Multi-Heilung außerhalb von Lassis AoE, der automatisch alle verbleibenden MP verbraucht. Nun stand sie nächsten Zug natürlich auch nicht ohne MP da, wegen der automatischen MP-Regeneration, die von 10%/Runde (Mokka, Pico) bis 20% (Sorbet, Lassi) reichte, weswegen Lassi auf dem Papier jede Runde schwach multiheilen konnte. Nun war's natürlich so - hat ein Boss einen stärkeren Multi-Angriff auf die Party losgelassen, konnte man zur Not mit Chai und seinen Gartenhandschuhen Lassi einen MP-Wurm zuwerfen, der ihre MP komplett geheilt hat. Die restlichen vier Charaktere konnten sich in Ruhe um den Boss kümmern. Alleine dieses Kampf-Design find ich schon nicht okay. Außer Kraft gesetzt wurde das nur am Anfang, als man noch nicht viele Mitstreiter hat und im Postgame, wo Gegner absurde Geschütze aufgefahren haben. Nun aber zu Celestial Swap: Der Sinn dahinter war, dass ein Boss, der Celestal Swap benutzt hat,

    1. sich selbst verstärkt, sprich seinen Planeten in das Elementgebiet zieht. Hat zur Folge, dass automatisch auch ein Charakter der Party verstärkt wird und der letzte eigene Charakter vor dem Boss den Celestial Swap einfach wieder rückgängig macht => Boss-Zug weg, ein eigener Zug weg, kein Effekt. Und nein, es gibt keinen Grund, Celestial Swap nicht selbst auszurüsten.
    2. einem Partymitglied die Verstärkung durch das Element entzieht, also den entsprechenden Planeten aus dem Elementgebiet herauszieht. Führte zu ... ja, nichts weiter. Hat nicht interessiert => Boss-Zug weg, kein eigener Zug weg, kein Effekt.
    3. Orbit's End aufbauen möchte - alle fünf Planeten in eine Linie zu bringen, für einen Insta-Kill ohne Kompromisse. Mal abgesehen davon, dass das bestimmt rund 7-10 Züge dauert, in denen der Boss nichts macht, reicht wieder ein einziger Celestial Swap eines Partymitglieds (im besten Fall Lassi wegen ihren absurden MP), um diese Konstellation durcheinander zu bringen, einen Planeten auf die gegenüberliegende Seite zu bringen, wo die Linie nicht ist, und dem Boss zuzugucken, wie er den Planeten wieder hinterherhechelt - also vier weitere Planeten ebenso weit zu verschieben, nur damit das Ganze wieder von vorne losgeht. Resultat: Bestimmt umgerechnet 20 tote Boss-Züge, wenn man das komplett durchgezogen hat. Dazu ist es nicht gekommen, Bosse sind natürlich vorher draufgegangen, mal abgesehen davon, dass man die Vorbereitung für Orbit's End auch einfach klauen konnte. Es zählte nur der letzte Charakter, der Celestial Swap eingesetzt hat, war das der Boss, flog Orbit's End gegen die Party (war dann Game Over), hat man selbst Celestial Swap eingesetzt, ging Orbit's End gegen den Boss (für 9,999 Schaden).


    Man muss wohl nicht mehr erwähnen, wie ungut Celestial Swap designt wurde. Als Zusatzeffekt zu einem schwächeren regulären Boss-Angriff wäre das wahrscheinlich eine brauchbare Mechanik gewesen, die man umspielen muss, aber so halt eben nicht. Als Bonus für noch mehr Spaß hatten alle Magie anwendenden Bosse Zugriff darauf, was sie komplett harmlos gemacht hat. Einzig und alleine Cybersaurus und sein Re-Skin fallen nicht darunter, was ich schwach finde.

    Abgesehen davon muss ich aber eines anmerken: Ich find's schön, dass man versucht hat (mit Betonung auf versucht), Trashmobs Mechaniken zu geben, die mit der Magie der Partymitglieder synergieren sollten oder für sich alleine wirken konnten. Bomber haben sich pro physischen Treffer aufgeblasen und jagten sich nach drei Treffern in die Luft, traf man sie mit Feuer, sind sie sofort explodiert. Multi-Hits haben hier nicht zum Ziel geführt. Pfeilvögel/Feather Vanes eine Runde pausieren, um Pfeile, auf denen sie saßen, in die richtige Richtung zu drehen und diese dann für ziemlich fatalen Schaden zu verschießen - man konnte aber durch jeglichen Windangriff, z.B. von Lassi, die Pfeile umdrehen, sodass die Vögel diese wieder scharfstellen mussten. Sacrificers haben einen heftigen Dämon beschworen, der die Party in wenigen Treffern spurlos vernichten konnte, mussten dafür aber zu zweit sein - hat man die Anzahl der Sacrificer auf einen reduziert, musste der verbleibende Sacrificer erstmal einen weiteren Sacrificer herbeirufen, bevor weitere Dämonen beschworen werden konnten. Marylin heilte den Rest der Gegnerparty hoch, wenn man sie nicht zuerst erledigt oder sie Celestial Swap eingesetzt hat. Und das waren nur drei Beispiele. Das Traurige ist aber, dass diese Mechaniken fast nie zur Geltung gekommen sind, oder wenn waren sie überwiegend irrelevant. Bosse dagegen stellten fast nie eine Herausforderung dar. Die einzige Ausnahme, die mir dazu einfällt, ist der zweite Kampf gegen Chard, und da auch nur deswegen, weil man nicht alle Charaktere zur Verfügung hat. Für alle anderen Bosse bleibt folgendes Problem: Der Boss hat einen einzigen Zug pro sechs von der Party, weswegen er gucken muss, dass der auch zählt. Spätere Bosse versuchten das anderweitig zu umgehen, wie Nick Brathahn, der zwar ausschließlich zu Single-Target fähig war, aber dafür zwei Mal in einer Runde heftig zugeschlagen hat. Andere wiederum versuchten sich an tödlichem AoE, was niemanden interessiert hat, wenn Lassi in Kombination mit Chai eh alles wieder hochheilen konnte. Wieder andere versuchten sich selbst mit Celestial Swap zu verstärken, was, wie schon geschildert, eine schlechte Idee ist. Minion-Bosse gab es auch, die mit Begleitern angerückt sind, die aber in einem bis zwei Schlägen einfach umgefallen sind. Ich dachte an diesem Punkt schon, dass das Kampfsystem gar nix getaugt hat und nicht durchdacht war. Wie es kommen musste, belehrte mich das Postgame eines Besseren.

    Das Postgame zog hart von der Schwierigkeit an und zwar schon ab der ersten Ebene der schrecklich aussehenden Glissini-Höhlen. Es gab keine Schonfrist. Die Ameisen und Clockwork Goats wischten dadurch, dass sie schneller waren als alles bisher Bekämpfte, den Boden mit gut 2/3 der Party, wenn man Pech hatte, zumal erstere auch nicht wenig ausgehalten haben und man an letztere schlecht herankam. Clockwork Goats richteten zudem üblen AoE-Schaden mit Chance auf das Ailment Dizzy an der Party an, was dazu führte, dass Charaktere, die normalerweise nicht als letzte am Zug waren ... nun ganz sicher als letzte am Zug waren. Der Witz ist, dass diese und spätere Gruppen schwieriger und heftiger waren als jeglicher Boss im Spiel (inklusive Endboss), einfach nur, weil man gegen viele Gegner kämpfen musste, die alle zugeschlagen haben wie Berserker - das Problem der unterschiedlichen Zug-Anteile, das bei Boss-Kämpfen so präsent war, wurde in den Glissini-Höhlen zumindest gelöst, wenn auch nicht gut. Die einzige Chance, die man hier überhaupt wahrnehmen konnte, war zu AGI-verstärkender Ausrüstung oder gleich zu Winged-Sets zu greifen, die Auto-Erstschlag gewährten. Mokka war zwar davon ausgenommen, weil's bei dem eh nix gebracht hat - der war aber auch nicht dafür da. Selbst mit dieser Ausrüstung hat man bei manchen Gegnern trotzdem in die Röhre geguckt. Zap Hounds (auf F5 und F6) und später Zap Raccoons (auf F18 und F19) richteten vorne weniger Schaden an als hinten, aber wehe, sie waren verstärkt. Ihr Blinding Light richtete absurden Schaden (mehrfacher Oneshot) an schwachen Charakteren an, sodass alles, was weder Pico noch Mokka hieß, schlicht umgefallen ist. Postgame-Bosse konnten zur Abwechslung auch richtig heftig sein, außer, wie schon erwähnt, Superboss Umbra, ein Re-Skin von Shadra, der schlicht erschreckende Performance lieferte, dafür dass er ein Superboss war. Der andere Superboss dagegen, Macademia, war schon heftig und konnte die Party ziemlich piesacken ... aber hatte auch Zugriff auf Celestial Swap. Limes 10-Hit-Multi-Target-Angriff Dazzle Darts war spätestens hier bitter notwendig, inklusive seine Fähigkeit, zufällig zu debuffen (was Agi, Ang und IQ sein konnten) und damit mehr als willkommen war. Der einzige Vorteil am Kampf sollte die Windaffinität sein, wie bei Lassi auch, sodass man es sich nicht leisten konnte, Lassi mit ihrem Planeten zu verstärken und somit stärkere Heilung herauszuholen. Das wiederum hätte seinen Schaden nochmal um ein Vielfaches verstärkt und der war eh schon so hoch, dass Mokka, der sonst selbst bei Wind und Wetter wie eine Eins stand, durch ein reines röchelndes Husten umgefallen ist. Liegt natürlich auch an seiner Windschwäche.

    Fazit (7,0/10):

    Im Grunde genommen ist Starsign solide, nicht mehr und nicht weniger als das. Man merkt deutlich, dass die zum Teil absolut unzugänglichen und unguten Mechaniken aus seinem Vorgänger, abgerundet, abgeschliffen und Unebenheiten begradigt wurden. Dazu gehört leider nicht die Party- und Charakterinteraktion, die noch genauso gering ist wie im Vorgänger, beziehungsweise nur unwesentlich besser. Im Austausch dafür ist der Charme, der Aufbau der Welt und auch teilweise die Kämpfe gegen Trashmobs gut gestaltet und weiß zu begeistern.

    Dass die Story zwar mal wieder aus nichts als Subplots besteht, empfand ich zwar als verschenktes Potenzial, aber zumindest schließt sich an mehr Stellen der Kreis, sodass diese Charaktere, für die man vor 10 Stunden eine Aufgabe erledigt hat, immer wieder mal aufkreuzen. Viele davon erfüllten auch später irgendwo ihre Bestimmung, wenn es darum geht, Lime und dem Rest den Rücken freizuhalten. Leider ist's aber auch so, dass den präsenten Antagonisten wirklich nicht viel antreibt, um seine düsteren Pläne umzusetzen - und der andere, versteckte Antagonist äußerst blass ist und nichts mehr als eine Kraft der Zerstörung darstellt. Und dabei rede ich nicht mal vom Ende, das an mehreren Stellen auch einfach Lücken lässt.

    Das Gameplay erfüllt seine Aufgaben, aber mehr nicht. Während Dörfer und deren Bewohner - die üblichen Töpfe, Katzen und Maulwürfe - charmant herüberkommen, trotzt oder gerade weil alles wieder nach Essen benannt ist, hätten die Dungeons etwas lebendiger, besser gefüllt und mit Aufgaben versehen sein können, was sie eben nicht sind. Man selbst rennt nur von A nach B, um vom nächstbesten Random Encounter gestoppt zu werden. Der Kampf ist nicht mehr ganz so unausgeglichen wie früher, war aber auf Kosten von Anspruch kam, es sei denn, man macht das Postgame - was ich kampftechnisch gut fand, dafür aber grauenvoll aussieht. Zuletzt noch und weil man's nicht oft genug sagen kann: Den bossbezogenen Celestial Swap brauch ich nicht. Und ich hoffe, sonst auch niemand, zumindest nicht in dieser kontraproduktiven Form.

    Geändert von Kael (01.05.2024 um 12:27 Uhr)

  3. #43
    Alleine deine Story-Zusammenfassung ist schon länger als mein ganzer Text. Danke für den ausführlichen Bericht! Ich finde es auch schön, dass du gerade die kleinen Zusammenhänge mit Magical Vacation nochmals erwähnst, ein paar Verbindungen hatte so gar nicht mehr auf dem Schirm!

    Zitat Zitat von Kael Beitrag anzeigen
    [*] Aufstellung der Partymitglieder war folgendermaßen - Mokka & Pico verweilten immer in der Vorderreihe, Lassi, Sorbet und Chai immer in der Hinterreihe. Lime hat gewechselt, manchmal war die Vorderreihe sinnvoller, manchmal die Hinterreihe. Die Hinterreihe ließ ausschließlich (schwachen) AoE oder Multi-Hit-Angriffe zu, die Vorderreihe physischen Schaden und starke ST-Angriffe.
    Aus irgendeinem Grund war ich sehr überrascht, das zu lesen.^^ Ich hatte konstant (sobald es sechs Partymitglieder gab) immer nur Lassi und Sorbet hinten, egal was passiert ist. Chais Zauber waren auf ein Ziel teilweise ziemlich gut und dabei auch recht MP-sparsam, und bei meiner Protagonistin waren die größte Gefahr eigentlich Dunkelzauber, die ihr auch in der letzten Reihe den Garaus gemacht hätten.

    Zitat Zitat
    [*] Spellstrikes und Reflex Guard hab ich beides nicht verwendet, dafür war mein Timing zu schlecht. Spellstrike hieß, einen Charakter zum passenden Zeitpunkt anzutippen, während er angegriffen hat, Reflex Guard war dasselbe beim gegnerischen Angriff. Erhöhte bzw. reduzierte den entsprechenden Schaden.
    Vielleicht ist auch das der Grund, warum ich nie ein Game Over hatte, ich habe das ja alles genutzt.

    Zitat Zitat
    Einen auf Gran gegen die Viecher im Wald, die ihren üblen Dämon beschworen haben
    Oder vielleicht auch weil ich gegen diese Viecher davongelaufen bin. Flucht hat eigentlich meistens funktioniert, aber eben auch weil man quasi sechs Chancen in einer Runde hat, erfolgreich zu fliehen, und da klappt es dann schon irgendwann.^^

    Zitat Zitat
    Tatsächlich ist ihm jeder Recht, den er ausliefern kann - das schließt Semolina mit ein, die sich als Farina verkleiden musste, nur, damit es Farina nicht erwischt, seine Favoritin unter den beiden Kindern. Dass das nicht gut gehen kann, ist auch klar - nachdem Lime mit den Piraten aufräumt (was nebenbei Otter sind) werden die drei aus dem Dorf geworfen, weil Durum, bis Pico aufgetaucht ist, Dorfbewohner an die Piraten verkauft hat. Das setzt allen dreien und besonders Semolina ziemlich zu, gerade da sie eh schon an Minderwertigkeitskomplexen leidet, weil sie nicht so ein Überflieger ist wie Farina - und die wiederum ist einfach nur ziemlich gruselig[/insp].
    Die Geschichte fand ich richtig schlimm, und daraus ist übrigens auch meine Kritik, dass bei dramatischen Szenen trotzdem teilweise fröhliche Musik im Hintergrund läuft. Nämlich wenn Semolina sich opfert. Das war eigentlich richtig heftig, weil sie ihr ganzes Leben lang im Schatten von Farina steht und niemand je ihren wirklichen Wert anerkennt, und erst als sie stirbt hat sie quasi (gerade für sich selbst) endlich wirklich "einen Nutzen". Ehrlich gesagt habe ich nicht erwartet, dass die ganze Situation auch wirklich so bleibt und habe auf magische Resurrection gewartet, aber nö, das war tatsächlich die Konklusion der Geschichte. Wäre es besser dargestellt gewesen, hätte mich das sicherlich sehr mitgenommen.

    Zitat Zitat
    Läuft so ab (Ending-Spoiler!): Shadra wird auf Anraten Madeleines, die aber zu dem Zeitpunkt schon komplett karamellisiert ist, von den sechs Schülern mit ihrer magischen Energie gefüttert und anschließend geplättet, wodurch Shadra zwar die Sonne frisst und eine neue grell leuchtende Sonne produziert, aber nichts weiter zerstört wird. Wahrscheinlich ist Shadra nach seiner Niederlage einfach zu platt, um das Sonnensystem mit auszulöschen. Das Roboter-Problem ist im Übrigen auch gelöst, weil sie plötzlich alle von Sonnenenergie leben können, ohne irgendwas in Zucker zu verwandeln und deswegen auch nicht mehr durchdrehen müssen. Madeleine nibbelt zwar trotzdem ab, aber immerhin hat dieses Opfer das ganze Sonnensystem gerettet.
    Okay, ich hatte es zumindest in dem Moment so aufgefasst, dass Madeleine durch ihr Opfer und ihre Kräfte verhindern konnte, dass das Sonnensystem ausgelöscht wird und sofort eine neue Sonne entsteht (und durch ihre Kraft ist diese auch eine verbesserte Version, sodass die Roboter eben zum Beispiel nun davon leben können). Sie selbst konnte aber alleine (und dann später zusätzlich auch in ihrem Zustand) nicht auch noch gegen Shadra kämpfen, weshalb es die Kombination aus ihr und den Schülern brauchte, damit das Ganze ohne den Untergang der Welt von statten gehen kann. Vielleicht habe ich es mir einfach schöner geredet, aber es machte für mich schon halbwegs Sinn in dem Moment.

    Das waren erst mal die Sachen, die ich jetzt am dringensten loswerden wollte, gerade zum restlichen Gameplay kann ich aber eigentlich nur zustimmen (außer Post-Game, das ich ja nicht gemacht habe). Und unsere Wertungen sind ja auch relativ ähnlich.
    Deshalb die Frage: Würdest du auch einen dritten Teil wieder spielen?

  4. #44
    Danke dir erst einmal für deinen Input!

    Zitat Zitat von Lynx Beitrag anzeigen
    Alleine deine Story-Zusammenfassung ist schon länger als mein ganzer Text. Danke für den ausführlichen Bericht! Ich finde es auch schön, dass du gerade die kleinen Zusammenhänge mit Magical Vacation nochmals erwähnst, ein paar Verbindungen hatte so gar nicht mehr auf dem Schirm!
    Ich meine, der Vergleich bietet sich ja auch an mehreren Stellen an. Ich fand's ja witzig, dass einige Charaktere aus MV unter einem Alias herumgelaufen sind. Der offensichtlichste ist natürlich Latte => Mokka, aber als am Ende auch noch Carbon/Ganache mitmischt, hab ich mich gut nochmal in die Zeit von MV (also August '23 ) hineinfühlen können. Ich hätt's aber echt gefeiert, wenn man nochmal mit "Doktor" Pistachio hätte sprechen können. Der taucht ja nur mal ganz gurz im Gespräch zwischen zwei Schülern auf, als Madeleine schon weg ist und sie richtig Angst vor ihm haben. Hat sich auch ein bisschen weiterentwickelt seit MV, der Schisser!

    Zitat Zitat von Lynx Beitrag anzeigen
    Aus irgendeinem Grund war ich sehr überrascht, das zu lesen.^^ Ich hatte konstant (sobald es sechs Partymitglieder gab) immer nur Lassi und Sorbet hinten, egal was passiert ist. Chais Zauber waren auf ein Ziel teilweise ziemlich gut und dabei auch recht MP-sparsam, und bei meiner Protagonistin waren die größte Gefahr eigentlich Dunkelzauber, die ihr auch in der letzten Reihe den Garaus gemacht hätten.
    Ich sehe gerade: Das ist natürlich kompletter Quatsch und ich muss es ausbessern. Wenn man mal die Screens anguckt, ist er in beiden Fällen in der vorderen Reihe (und Lime nebenbei auch). Der rechte (bei Schwierigkeit/KS) ist nebenbei aus dem Maingame, der linke ist mein erster Versuch am Postgame, wo die Charaktere erstmal schön rasiert wurden. Es müsste eigentlich heißen - er war während dem Maingame vorne, im Postgame hinten. Ich besser's aus.

    Zitat Zitat von Lynx Beitrag anzeigen
    Oder vielleicht auch weil ich gegen diese Viecher davongelaufen bin. Flucht hat eigentlich meistens funktioniert, aber eben auch weil man quasi sechs Chancen in einer Runde hat, erfolgreich zu fliehen, und da klappt es dann schon irgendwann.^^
    Ouh, stimmt. Aber gegen die "Fliehen"-Funktion in RPGs sträube ich mich auch irgendwie generell.

    Zitat Zitat von Lynx Beitrag anzeigen
    Die Geschichte fand ich richtig schlimm, und daraus ist übrigens auch meine Kritik, dass bei dramatischen Szenen trotzdem teilweise fröhliche Musik im Hintergrund läuft. Nämlich wenn Semolina sich opfert. Das war eigentlich richtig heftig, weil sie ihr ganzes Leben lang im Schatten von Farina steht und niemand je ihren wirklichen Wert anerkennt, und erst als sie stirbt hat sie quasi (gerade für sich selbst) endlich wirklich "einen Nutzen". Ehrlich gesagt habe ich nicht erwartet, dass die ganze Situation auch wirklich so bleibt und habe auf magische Resurrection gewartet, aber nö, das war tatsächlich die Konklusion der Geschichte. Wäre es besser dargestellt gewesen, hätte mich das sicherlich sehr mitgenommen.
    Ja, das ist echt so 'ne Sache, die Atmosphäre, musikalisch untermalt, kann viel ausmachen. Die Stelle mit Semolina fand ich auch ziemlich heftig (und eigentlich wollte ich das Ergebnis auch festmachen ... aber irgendwie hab ich's nicht nochmal aufgegriffen, gerade, da ihre Haarnadel auch ermöglicht, zu Mokka zu sprechen, wodurch der entweder gerettet wird oder einen brillianten Einfall hat, eines von beiden. Die anderen Story-Arcs in der zweiten Hälfte sind ja auch nicht unbedingt besser, weder der zweite Besuch auf Erd, wo herauskommt, dass die ganzen Roboter kurz vor dem Durchdrehen sind, noch der zweite Besuch auf Puffoon, wo Brie erstmal stirbt und dann wiederbelebt wird (was ich auch etwas albern fand). Aber yeah, du hast da schon recht - die reguläre Musik hätte in diesen Fällen nicht weiterlaufen sollen.

    Zitat Zitat von Lynx Beitrag anzeigen
    Okay, ich hatte es zumindest in dem Moment so aufgefasst, dass Madeleine durch ihr Opfer und ihre Kräfte verhindern konnte, dass das Sonnensystem ausgelöscht wird und sofort eine neue Sonne entsteht (und durch ihre Kraft ist diese auch eine verbesserte Version, sodass die Roboter eben zum Beispiel nun davon leben können). Sie selbst konnte aber alleine (und dann später zusätzlich auch in ihrem Zustand) nicht auch noch gegen Shadra kämpfen, weshalb es die Kombination aus ihr und den Schülern brauchte, damit das Ganze ohne den Untergang der Welt von statten gehen kann. Vielleicht habe ich es mir einfach schöner geredet, aber es machte für mich schon halbwegs Sinn in dem Moment.
    Das ergibt auf jeden Fall Sinn. Ist eine interessante Sichtweise, kam für mich aber nicht ganz so gut herüber.

    Zitat Zitat von Lynx Beitrag anzeigen
    Deshalb die Frage: Würdest du auch einen dritten Teil wieder spielen?
    Natürlich. Meines Wissens nach gibt's aber keinen.

  5. #45
    Wie man sehen kann, ist [#169] Monster Menu: The Scavenger's Cookbook durchgespielt. Hat ja auch lange genug gedauert.

    Was ich geschrieben habe, hat gestimmt. Das Spiel wurde gegen Ende nicht besser. Am Anfang haben die Einzelmechaniken ganz gut zusammengespielt, später nicht mehr wirklich - man hat gefühlt die Hälfte an Materialien weggeworfen, die man gefunden hat, und nicht mal das Essen hat mehr etwas gebracht, weil alles am Cap war. Auf F87 ist mir mein Berserker aus Versehen draufgegangen (wodurch Essenverstärkungen verloren gehen), den hab ich auf F91 wieder aufgepäppelt und ihm ab dann sämtliches Essen reingedrückt. Er war danach beinahe so stark wie zu seinem Tod. Man könnte noch das Postgame spielen (win weiterer 100-Ebenen-Dungeon mit noch gefährlicheren Monstern), man könnte es aber auch lassen. Ich werd letzteres machen. Man soll aufhören, wenn's am Schönsten ist. Besonders cool fand ich nebenbei auch die Szenen, wo die Mitstreiter das Geschirr vor Wut wegwerfen, wenn sie mal wieder etwas besonders Widerwärtiges gegessen haben.

    Über [#170] Sword Art Online: Fatal Bullet / SAO5 geh ich gleich mal im Anschluss. Warum ich's angefangen hab, weiß ich schon gar nicht mehr, hatte aber was damit zu tun, dass ich in den Steam-Diskussionen zu dem neuesten Ableger, also Last Recollection (kurz: SAO7) unterwegs war, der ausgeglichene Rezessionen hat, weil irgendwann '24 noch Fractured Daydream (SAO8) herauskommt. Im Groben ging's da auch nur darum, wie furchtbar sich die Serie seit Fatal Bullet entwickelt hat - Alicization Lycoris und Last Recollection (SAO 6 und 7) haben beide ausgeglichene Rezensionen, letzteres sogar (Whoops! Wo kamen die her?) größtenteils negative. Der Rest, also Hollow Fragment, Lost Song, Hollow Realization, vs. Accel World und Fatal Bullet (SAO 1 - 5) dagegen sind bei Weitem nicht so schlecht weggekommen, außer natürlich man lässt mich über Lost Song oder Hollow Realization (ist das lang her) herziehen. Bei Hollow Realization bin ich mir mittlerweile nicht mal sicher, ob ich beim Schreiben vom Review nicht doch etwas intus hatte (ich fand's aber rein von der Erinnerung her wirklich nicht so schlecht ). Die anderen beiden Spiele - Hollow Fragment und vs. Accel World hab ich jeweils mal ausprobiert, Hollow Fragment war das erste Spiel, das mich mit einem torpedierten Rechner zurückgelassen hat, weswegen ich das schleunigst zurückgegeben habe und vs. Accel World hat diese grässliche Flugmechanik aus Lost Song, die ich da schon nicht gut umgesetzt fand. Letzteres ist aber noch nicht ganz abgeschrieben.

    Ich weiß jetzt wieder, warum ich Fatal Bullet angefangen habe - es hat 'ne Charaktererstellung, die auch tatsächlich was taugt. Ergo muss man nichtmal Kirito spielen, sondern hat nur mit ihm zu tun. Und das reicht auch schon, ehrlich gesagt. Als wäre das nicht genug, schimmelt sich auch noch eine KI namens Rei/ArFA-sys in die Party, die nicht aufhört zu quasseln und alle beteiligten Charaktere mit enorm vielen Worten, Liebe, Schleim, unendliche Freundschaft (bestimmt, genau darum geht's) oder anderem Gesülze vollreihert, egal welche Partymember man sonst dabei hat. Oh und er/sie ist wichtig für die Story, also kann man das ArFA-sys auch nicht aus der Party schmeißen. Kommt's nur mir so vor, als war Lost Song diesbezüglich noch wesentlich erträglicher oder ist's mir da nur nicht so aufgefallen?

    Das Gameplay ist ziemlich okay, auch wenn einige Auto-Hits etwas nerven, denen man gar nicht entgehen kann (und die mehr Schaden drücken als man HP hat). Vielleicht liegt's auch an meinem Build (ziemlich offensiv, mit wenig Investition in Verteidigung). Oh und auch wenn das Ding unter RPG fällt, ist es gleichzeitig auch ein 3rd-Person-Shooter. Ich bin grottig im Zielen. xD

    ____________________________________________________________________________________________


    Weiter geht's dann übrigens entweder mit [#171] Schuld und Sühne (das war ein Versprechen und ich will's auch eigentlich honorieren, dass Ben das fertiggestellt hat) und [#172] Unchained Blades. Hoffentlich kommt im Mai nix raus, was ich in irgendeiner Form spielen will.

  6. #46
    Boah Kale, ich bin auch so 5 Stunden in Fatal Bullet drin - im Oktober letzten Jahres gezockt. Glaube nicht, dass ich das beenden kann. Auch wenn mir das Gameplay tatsächlich Spaß gemacht hat. Aber irgendwie auch nicht xD
    Hast du es schon durch? Wo liegt es im Ranking deiner SOA Spiele? Ich hab ja nur Hollow auf der Playstation angefangen und Bullet auf Steam.

  7. #47
    Zitat Zitat von Kael Beitrag anzeigen
    Warum ich's angefangen hab, weiß ich schon gar nicht mehr, hatte aber was damit zu tun, dass ich in den Steam-Diskussionen zu dem neuesten Ableger, also Last Recollection (kurz: SAO7) unterwegs war, der ausgeglichene Rezessionen hat, weil irgendwann '24 noch Fractured Daydream (SAO8) herauskommt. Im Groben ging's da auch nur darum, wie furchtbar sich die Serie seit Fatal Bullet entwickelt hat
    Ach ja, die hat sich erst "furchtbar entwickelt", ja?
    Gott, es ist echt traurig, dass von diesem grässlichen Müll bereits 8 Teile produziert wurden

  8. #48
    Zitat Zitat von Linkey Beitrag anzeigen
    Boah Kale, ich bin auch so 5 Stunden in Fatal Bullet drin - im Oktober letzten Jahres gezockt. Glaube nicht, dass ich das beenden kann. Auch wenn mir das Gameplay tatsächlich Spaß gemacht hat. Aber irgendwie auch nicht xD
    Hast du es schon durch? Wo liegt es im Ranking deiner SOA Spiele? Ich hab ja nur Hollow auf der Playstation angefangen und Bullet auf Steam.
    Ich hab ja noch nicht so viele Spiele von der Serie gespielt, aber zwischen Hollow Realization und Lost Song war ein himmelweiter Unterschied. Fatal Bullet gesellt sich irgendwo zwischenrein. Ich glaub aber mittlerweile, dass da auch die Erinnerung trübt (und/oder ich damals nicht alle Puzzle-Teile zusammengesetzt oder Aspekte außerhalb des Fokus getragen habe), wenn ich mir mein Review von damals durchlese. Es war das dritte überhaupt, ergo hatte ich da noch kein System. ^^

    Ich muss nochmal genauer drüber nachdenken, wo ich im Gameplay selbst das Problem sehe, aber grob ist's ne Kombination aus "Nervige Laser-Mecha-Engel" (verpassen Oneshots und man kann nicht ausweichen), ziemlich grauenvoll aussehenden und leeren Gebieten und ähnlich aussehenden Dungeons. Ich muss aber auch sagen - ich hab nach 22h immer noch nicht das Gefühl, dass ich das Spiel mehr verstanden hab als am Anfang. xD

    EDIT: Kale, soso. Haha. Meister Braunkohl.

    Zitat Zitat von Sylverthas Beitrag anzeigen
    Ach ja, die hat sich erst "furchtbar entwickelt", ja?
    Gott, es ist echt traurig, dass von diesem grässlichen Müll bereits 8 Teile produziert wurden
    7 Teile, plz. Der achte ist in Entwicklung und soll so schlecht sein wie alle anderen zusammen xD

    Davon ab: Die Leute in den Diskussionen waren sich zumindest in den paar Threads, die ich gelesen habe, relativ einig, dass Fatal Bullet gut war, weil man einen eigenen Charakter spielen konnte und sich nicht mit Kirito herumschlagen musste, den niemand mehr sehen kann. Ich frag mich, warum. *kratz*
    Ich hab SAO aber selbst weder geguckt noch gelsesen, mein ganzes "Wissen" über diese Serie stammt aus den Spielen, die anscheinend nicht mal unbedingt die Geschehnisse im Manga oder im Anime wiedergeben.
    Geändert von Kael (30.04.2024 um 18:14 Uhr)

  9. #49
    #167 – Trinity Trigger (PC)

    Gestartet: 07.03.2024
    Beendet (Cleared!): 15.03.2024



    Warum gerade dieses Spiel?

    Der Plan, Trinity Trigger (kurz: TT) mal durchzuspielen, stand schon eine ganze Weile, zumindest seit dem Post im spezifischen Thread. Die Essenz war damals, 2023, kurz nach Release des Spiels, dass es ein Krampf sei, das Spiel durchzuspielen – und ich wollte mich mal umgucken, wie genau sich das äußert. März 2024 war ich dann eine Ecke schlauer. Nicht nur, dass das Spiel ein Krampf war, durchzuspielen, wenn auch nicht so schlimm wie erwartet, sondern auch, dass das Spiel überraschend viele oder fast alle Ansätze hat, die ich in Prinzip gut finde – aber trotzdem irgendwie kein wirklich gutes Spiel bei herausgekommen ist. Dafür war TT aber schon ziemlich faszinierend und genauso eigenartig und für diese Erfahrung hat sich das schon gelohnt, wenn auch nicht für das Spiel selbst.

    Spielweise:

    • Schwierigkeit war Normal und es gab auch nichts anderes. Das Spiel war bis auf zwei oder drei Stellen eh leicht, man musste aber meist aufpassen, wenn sich mehr als vier oder fünf größere Viecher auf dem Bildschirm befanden.
    • Verwendete Waffen waren Schwert/Pistole bei Cyan, Bogen/Stab/Faustwaffe/Speer bei Elise und Axt/Doppelschwert bei Zantis. Einige Waffen davon hab ich öfter verwendet als andere. Die Waffenaufteilung ist komplett optional, nebenbei. Nichts hält Elise auf Dauer von ab mit einem Schwert herumzurennen. Die Waffenarten waren im Übrigen alle brauchbar, wurden alle verwendet und mussten auch regelmäßig gewechselt werden. Mit Waffen, gegen die ein Gegner nicht schwach war, hat man absolut nichts gerissen.
    • Trigger maximiert hab ich bei sechs der acht Waffen - Alle außer Speer und Faustwaffe. Das hatte auch Einfluss auf die Statuswerte der Waffe.
    • Die 34 Maingame-Nebenquests hab ich alle erledigt. Paar davon beziehen sich auf Orte innerhalb der Welt, einige bauen Neben-Charaktere oder das Hauptgame-Trio aus. War nicht mal im Ansatz so schlecht, wie ich angenommen hab.
    • Ich hab alle Charaktere ungefähr in gleichem Ausmaß verwendet. Erstaunlicherweise hatten die alle ihre Vor- und Nachteile, weil die Skills aller Charaktere überwiegend unterschiedlich waren.
    • Verwendete Augites (Waffenverstärkungen) waren meist Attack Augite (Atk+40-45%)/Break Stones (Schaden an der Armor-Leiste)/HP Steal (Lebensentzug bei Crit). Was Angriffskristalle betrifft, gab’s nicht mehr viel Sinnvolles, ähnlich wie bei den Verwendeten Augites (Rüstungsverstärkungen): Da wurde auf Defense Augite (Def+20-22)/Life Stones (HP+30-40%)/Parry Stone (Chance, Schaden komplett zu verhindern) gezählt. Rüstungskristalle erlaubten immerhin mehr als einen Stein der gleichen Art, Angriffskristalle nicht.
    • Die optionalen Arma-Dungeons wurden alle erledigt. Der Index gehörte dazu und die oberen Etagen der Maingame-Dungeons, bei dem man noch bestimmte Waffen für bestimmte Charaktere bekommen konnte.
    • Schätze wurden angezeigt. Bis auf zwei oder drei davon hab ich alle erlangt. Oft waren das Waffen-/Rüstungs-Kristalle oder Heilmittel.
    • Das Postgame hab ich nicht mehr gemacht, genauso wenig wie das Sammeln der Bestienschlüssel und die Monolithen, die man hin und wieder mal gesehen hat.
    • Die ganzen optionalen Elite-Gegner pro Gebiet hab ich ganz am Ende noch erledigt, da die für Lv50-55 ausgelegt waren. Haben nicht mehr gedroppt als ein paar Materialien (und waren ab diesem Zeitpunkt auch nutzlos).
    • Den Trinity Trigger, einen ultimativen Angriff hab ich verwendet, wenn das ging, der hat immerhin rund 20% der HP-Leiste eines Bosses entfernt. Besser als nichts?
    • Die Aura-Skills hab ich fast nicht verwendet, da hatte jede Waffe und nochmal jeder Charakter einen jeweils unterschiedlichen.
    • Achievement-Fortschritt: 21/35 (=60,0%). Was überwiegend gefehlt hat, war entweder Postgame-Kram (Bestienschlüssel, Monolithe) und Tötungen (5000 Monster erschlagen).
    • Game Over hatte ich drei. Eines davon waren Trashmobs im Index, eines davon ein Elite-Monster, und eines war ein optionaler Boss von einer Quest, der einfach zu stark war. Man konnte auch echt nicht viel machen.
    • Party vor dem Endboss: Cyan Lv64 / Elise Lv64 / Zantis Lv64
    • Spielzeit (Cleared!): 017:37 h, Level: 64


    Story:


    Die Welt Trinitia ist zerrissen von Krieg und Verderben. Nachdem das Reich der Götter nicht mehr ist, kämpften zwei Typen von Göttern, die Verfechter des Chaos unter Ofnir und die Verfechter der Ordnung unter Solius eine Weile im Krieg gegeneinander und erreichten ein Unentschieden. Durch den zunehmenden Verlust der Kräfte konnten die Götter nur noch Stellvertreter in den Kampf schicken, erkennbar an einem Emblem unter einem ihrer Augen. Sollten diese Stellvertreter des Chaos und der Ordnung die jeweils andere Seite vernichten, stünde der Herrschaft der Ordnung oder des Chaos nichts mehr in Wege. Aus diesem Grund haben sich Organisationen gebildet, die sich auf einen bestimmten Gott berufen und in ihrem Namen zu versuchen, die Kräfte der anderen Fraktionen zu bekämpfen. All das wirkt auf einen jungen Waisen namens Cyan ein, der zusammen mit seiner Schwester Firn im hintersten Dorfwinkel von Trinitia lebt und seinen Lebensunterhalt mit Plünderei verdient. Zu plündern gibt es die sogenannten Arma – überdimensionale Waffen der Götter, die vor langer Zeit vom Himmel auf die Erde geworfen wurden. Dort gibt es seltene Schätze aber gleichzeitig auch starke mythische Monster, weswegen nicht jeder einfach einen Arma ausrauben kann – und man gleichzeitig ziemlich mit seinem Leben spielt, folgt man dieser Berufung.

    Als Cyan eines Tages nach einer erfolgreichen Jagd versucht, aus dem Arma zu entkommen, wird er von einem Monster überrumpelt, dem er nicht gewachsen ist. Gerade als er dachte, dass sein letztes Stündlein geschlagen hat, erwacht eine Kraft aus einem nahe gelegenen Altar im Arma und manifestiert sich in Form von Flamme – einem sogenannten „Trigger“, einem göttlichen Wesen, das Stärke von seinem Träger zieht und sich im Austausch zu einer Waffe formen kann. Als Flamme sich in ein Schwert verwandelt, zerlegt Cyan das Monster ohne Mühen, auch wenn er Cyan im Anschluss steckt, dass er Amnesie hat und mit Cyan auf Reisen gehen will, damit seine Erinnerungen wiederkommen. Cyan ist zwar zunächst skeptisch, willigt aber ein. Immerhin ist er ja anscheinend nicht irgendwer, wenn ihm ein Trigger einfach so folgt.

    Zu allem Überfluss wird Cyan zuhause auch noch von einer Wanderin namens Elise überrumpelt, die Cyan einfach mitnehmen will. Laut ihr ist Cyan in größter Gefahr – Assassinen wollen ihn töten, weil er ein Chaos-Emblem trägt und somit den Kräften der Ordnung ein Dorn im Auge ist. Cyan versteht zwar die Welt nicht, warum er überhaupt in diesem Stellvertreterkrieg mitmachen muss und nicht einfach weiter sein Räuberleben fortführen kann, und will Elise zunächst einmal glauben, die aber gleich mit dem nächsten Klopper kommt – der Krieg zwischen den Stellvertretern darf niemals enden, da sonst eine weitere noch größere Katastrophe über Trinitia hereinbricht …

    Story-Eindruck:


    Die Story in Trinity Trigger ist zwar nicht so schlecht, aber halt eben auch nicht gut. Gefühlt passiert alles irgendwie nebenbei, ohne dass irgendwo Spannung aufgebaut wird oder man sich in die Verzweiflung der Charaktere hineinfühlen kann. TT lässt sich auch ziemlich gut auf drei Aspekte reduzieren - Cyans, Elises und Zantis‘ Rolle im Krieg sowie ihre ungenügende Charakterisierung, der Aufbau der Welt und warum daraus nichts gemacht wurde und natürlich das Ende.

    Die Charaktere werden allesamt nur ungenügend aufgebaut. Cyan ist „Mr. Chaos“, wie Zantis ihn nennt, ein Auserwählter, der von den Kräften des Chaos erwählt wurde, um die Gotteskrieger der Ordnung zu erledigen. Eigentlich hat er aber gar keine Lust dazu, was Elise und Zantis nur gut in den Kram passt, die wohl beide verhindern wollen, dass er getötet wird. Die Idee dahinter ist, dass sich die Gotteskrieger beider Seiten unter keinen Umständen treffen dürfen, da sie sich sonst duellieren müssen und eine Seite den Krieg gewinnt (wenn sonst keine Gotteskrieger mehr übrig sind). Gewinnt die Ordnung, verschwindet automatisch das freie Denken, gewinnt das Chaos, verschwindet das Gesetz gänzlich. Wie genau das ablaufen soll, wird nicht weiter ausgeführt oder noch einmal angesprochen, aber der Gedanke erklärt zumindest, warum ein Großteil der Assassinen Cyan tot sehen will: Nur so kann komplett verhindert werden, dass sich Cyan mit seiner Schwester Violet trifft, die das Ordnungs-Emblem trägt. Stirbt ein Gotteskrieger nämlich durch andere Umstände, wird der Konflikt stattdessen eingefroren, bis ein neuer Gotteskrieger geboren oder auserwählt wird. Auch hier – wie und warum das so von Statten geht, wird nicht weiter erklärt, man muss akzeptieren, dass es so ist.

    Ein großes Problem am Storyablauf ist, dass weder darauf eingegangen wird, warum sich Elise und Zantis angesichts ihrer Fraktion (Elise gehört zu Gott Libras, die Cyan auch die Assassinen geschickt haben und Zantis gar zu Solius, dem Ober-Gott der Ordnung) überhaupt Cyan anschließen und ihn leben lassen wollen, noch, warum niemand außer eine Handvoll Assassinen und eventuell ein paar königliche Gefolgsleute auch nur irgendetwas unternehmen, um Cyan zu töten. Cyans Tod löst immer noch vorübergehend alle Probleme bis zum Aufstieg eines neuen Gotteskriegers, aber das wäre ja auch zu langweilig. Stattdessen möchte Cyan natürlich den steinigen Weg gehen: Violet im Duell zu schlagen, um sie danach zu verschonen, sodass niemand gewinnt. Wie er nicht auf die Idee kommt, dass sie ihm einfach bei der nächstbesten Gelegenheit ihr Schwert in den Rücken rammt, bleibt auch offen, gerade, da sie ihm oft genug erzählt, dass sie ihm ans Leder will, weil dieses Duell „der Wille der Götter“ ist und eine Seite den Krieg endlich gewinnen muss. Um dieses Ziel zu erreichen, erpresst Violet Cyan z.B. auch mit dem Leben von Elise, das sie kurze Zeit in ihrer Hand hält, als sie Elise von ihrem Gefolge entführen lässt oder wirft Cyans und ihren Vater ins Gefängnis für Hochverrat, unter der Bedingung, dass sie ihn freilässt, wenn Cyan sich mit ihr duelliert. Elise und Zantis sind im Laufe der Story auch nicht weiter wichtig, außer dass Elise Cyan über kurz oder lang in die Imperium-Hauptstadt Stahl gebracht hat, wo der eigentliche Antagonist schon auf ihn wartet und ihn auf dem Weg dahin vor ihren eigenen Mitstreitern beschützt hat. Zantis dagegen hätte man gleich weglassen können, trotz dass er eigentlich für die Gegenseite arbeitet – er unternimmt schlicht nichts in die Richtung, sondern läuft nur mit der Party mit, ähnlich wie die Trigger, die im Grunde genommen nur Türen öffnen.

    Zuletzt noch zu den Antagonisten: Der einzige wirklich nennenswerte ist Ather, bzw. Igment, ein Gott des Chaos. Der Trick dabei ist, dass er kein Interesse daran hat, dass Cyan sein Duell als Chaos-Krieger gewinnt, sondern stattdessen der Ordnungs-Krieger. Das kommt daher, weil er die Embleme vertauscht hat, als Cyan und Violet geboren wurden, wohl deswegen, weil ihm nicht passte, dass der männliche und somit mächtigere Thronfolger die Ordnung verkörperte. Da auch in Trinitia Chaos und Ordnung überwiegend schwarz-weiß gesehen werden (Chaos = böse, Ordnung = gut), machte er sich das zunutze und weilte jahrelang am königlichen Hof, um Violet wachsen zu sehen und sie zu indoktrinieren, gegenüber dem Chaos, das sie eigentlich selbst verkörpert, enormen Hass und Verachtung zu empfinden. Cyan wurde, weil sein tatsächlicher Vater wusste, dass er früher oder später kämpfen muss, währenddessen im Dorf untergebracht und Violet verschwiegen, dass es noch einen zweiten Nachkommen gibt. Athers Plan funktionierte deswegen nicht richtig, weil Violet im Kampf letzten Endes doch unterlag und er sich somit selbst die Hände dreckig machen musste, um Cyan irgendwie zu erledigen und dabei natürlich auch scheiterte. Anschließend übernimmt Cyan (auch irgendwie, wahrscheinlich durch ein bisschen von Athers Macht) Violets Eigentlich-Chaos-Emblem, vereint beide Embleme und wird zum Halbgott. Da beide Embleme noch vorhanden sind, gibt es keine neuen Gotteskrieger und keinen Kriegsgewinner. Ich find’s ja nicht gut gelöst, aber naja.

    Gameplay:


    1) Allgemein

    Ich hab's oben schon paar Mal beschrieben: Trinity Trigger spielt sich vom Gameplay her wirklich eigenartig und seltsam. Das liegt daran, dass die einzelnen Teilmechaniken erstmal gut durchdacht wirken, und beim Spielen selbst auch zur Geltung kommen, aber deswegen trotzdem nicht unbedingt spaßfördernd sind. An manchen Stellen spielt sich das auch einfach nur plump, gerade, wenn man berücksichtigt, wie die Welt selbst aufgeteilt ist.

    Die Welt bestand aus ungefähr acht Gebieten, die alle gleich aufgebaut sind: Weg zur Stadt => Stadt => Weg zum Arma-Dungeon => Arma-Dungeon => Weg aus der Stadt heraus => Repeat ab Part 1. Hin und wieder mal war vielleicht der Weg zur Stadt und der aus der Stadt heraus etwas größer, sodass es ein paar Gebiete mehr gab, aber sonst gestaltete sich der Aufbau gleich. Die Gebiete waren überwiegend hindernislos und konnten somit schnell durchquert werden - Monster und einige Waffenbarrieren waren das Höchste der Gefühle. Man konnte auch Materialien von Büschen oder Steinen sammeln, das gab alles Crafting-Mats, die man später in rauen Mengen brauchte. Bei den Wegen zur oder aus der Stadt heraus, gab es auch noch einen Elite-Mob, der viel zu stark war (bis Lv50 ca.) - man wurde vor diesem aber mit einem "Experienced Scavengers only beyond this point!"-Schild gewarnt. An paar Stellen musste man auch Waffen verwenden, die man zu diesem Zeitpunkt noch nicht besessen hat - z.B. den Stab auf dem Weg nach Lavaxia, der, als man ihn dann endlich mal in die Finger bekommen hat, ein paar Schätze freigegeben hat. Apropos Schätze: Im Durchschnitt waren die nützlich. Geldprobleme gab's zwar selten, weswegen man sich z.B. Heilmittel auch kaufen konnte, aber an sich war ein gefundenes Heilmittel immer willkommen, da man die regelmäßig gebraucht hat. Die zwei NPC-Spieler haben regelmäßig Schaden genommen und mussten deswegen hin und wieder geheilt werden, vom eigenen Versagen, wenn man mal getroffen wurde, abgesehen. Dungeons dagegen waren versetzt mit Rätseln oder zumindest irgendeiner Mechanik, mit der man sich auseinandersetzen musste. Stachel-Fallen, Leuchtpilze (die dunkle Umgebungen erhellt haben), Schiebetüren, oder Vergleichbares. Das ist zwar auch nur besser als nichts, aber immerhin etwas. Vorteil davon war auch, dass kaum eine Dungeon-Mechanik zweimal verwendet wurde.

    Das Ausrüstungs-System basierte zum einen auf den Triggern, zum anderen auf Kristallen/"Augites". Trigger bestimmten, welche Fähigkeiten man einsetzen konnte und wie stark die Waffe zu einem bestimmten Zeitpunkt war. Dafür brauchte man Trigger-Punkte (TP), die man durch Quests und das Killen von Monstern bekommen hat. Es war aber so - man musste die TP-Ausgaben auf bestimmte Waffenarten fokussieren. Alle acht Waffen auf das Maximum (Lv6) zu bringen, war nicht mal im Ansatz möglich, teilweise hat man nicht einmal drei Waffen hochziehen können. Man brauchte zwar auch nicht alle Fähigkeiten - die kamen in einem Satz von 2x3 (soll heißen, Skill 1&2, 3&4, 5&6 teilten sich einen Platz auf der Leiste, man konnte aber nur einen pro Platz ausrüsten), die waren aber zumindest so verschieden, dass es sich auf dem Papier wohl rentiert hätte, unterschiedliche Fähigkeiten für unterschiedliche Situationen auszurüsten. Besonders cool fand ich auch einen bestimmten Aspekt: Elise mit Schwert war nicht gleich Cyan mit Schwert. Die Fähigkeiten haben sich auch hier verschieden gespielt, was ich nicht als selbstverständlich erachte und als nettes Detail empfinde. Zurück zu den Augites. Davon konnten insgesamt sechs eingesetzt werden: Drei Waffen-Augites, drei Rüstungs-Augites. Waffenkristalle mussten einzigartig sein (so ging 3x Ang+45% halt einfach nicht), Rüstungskristalle nicht (3x Def+20 oder HP+45% ging und war dementsprechend sinnvoll). Jedes Monster hatte auch eine geringe Chance, solche Kristalle auch fallenzulassen (geschätzt 3-5%, halt so, dass ich regelmäßig einen davon gesehen habe), jedoch waren sämtliche Stats auf dem Kristall zufällig. Wenn man darauf nicht zählen wollte, musste man sie entweder in Kisten finden oder Crafting betreiben. Augites zu craften, ermöglichte das Maximal-Level dieses spezifischen Augites. Zum Beispiel konnte ein Attack Augite IV von +40% Atk bis +45% Atk reichen, je nachdem, welche Materialien man investiert hat. Nutzte man für einen Crafting-Vorgang die höchste Qualität an Materialien - Chaos Stones und Order Stones - konnten auch noch zusätzliche, schwächere Substats auf einem Kristall auftauchen (Atk+3%, schwacher Lebensentzug bei Crit, unwesentlich mehr Schaden an der Rüstungsleiste, HP+3%, etc.). Crafting hat sich schon gelohnt, wenn man bisschen was Besseres auf seinem Trigger haben wollte - man ist aber genauso gut mit irgendwelchen gefundenen Kristallen durchs Spiel gekommen.

    Zuletzt noch zu den Quests. Auch hier war's schon so, dass sie im Grunde genommen ein wenig mit der Welt verwoben waren und diese ein wenig lebendiger gemacht haben. Als konkretes Beispiel gibt's die Stadt Festibane, die unter ihrem Chaos-Arma leiden muss. Arma sind so konzipiert, dass sie die Erde selbst verändern können. Der Stab z.B. wurde von den Göttern unter Wasser geschleudert und hat als Resultat die ganze Gegend versumpft. Im Falle von Festibane ist's eine Pistole, die den Leuten, die diesem Einfluss über längere Zeit ausgesetzt sind - also keine Wanderer, aber eben Leute, die sich in der Stadt niederlassen - vorgaukelt, dass sie durchgehend glücklich sind, selbst bei eigentlich traurigen Ereignissen wie Verlust und Tod. Festibanes Anwohner sind für ihre gute Laune berühmt, weswegen viele Leute auch von außerhalb kommen, um sich dieses Erlebnis zu gönnen. Ein Questgeber stellt fest, dass er schon zu lange dem Einfluss des Armas erliegt und nicht mehr wegkann. Er bittet deswegen Cyan, Elise uns Zantis, Materialien für ein Antidot gegen den Arma-Fluch zu sammeln. Natürlich machen die das im Anschluss, für ein ernüchterndes Resultat: Der Arma-Fluch ist bereits zu stark, das Antidot wirkungslos und er muss zusehen, wie er die Möglichkeit, Traurigkeit zu empfinden, nach und nach verliert. Die Party ist nicht begeistert. Auf ähnlichem Wege gibt es noch einige andere Quests, die vergleichbare Verbindungen mit der Welt herstellen oder auch einfach alte Trigger-Waffen für Charaktere freischalten, die erst später hinzugekommen sind. Die Essenz ist auch folgende: Die Quests sind eines der besseren Aspekte des Spiels, gaben nebenbei auch z.T. einzigartige Belohnungen wie Crafting-Rezepte.


    2) Kampfsystem & Schwierigkeit


    Trinity Trigger ging von der Schwierigkeit her. Es gab ein paar Stellen, wo man aufpassen musste (Index, Weg nach Festibane), weil die Monster entweder zu zahlreich aufgekreuzt sind oder einige blöde Fähigkeiten eingesetzt haben, aber insgesamt konnte sich das sehen lassen. Ich fand's auf jeden Fall nicht so schlimm wie geschildert, auch wenn der Endboss wirklich nicht gerade einfach war.

    Was das Kampfsystem betrifft, fällt TT unter die Action-Kampfsysteme, ergo gibt es eine Möglichkeit, aktiv auszuweichen und paar Möglichkeiten, irgendwie anzugreifen. Wichtig beim Angreifen war, auf die Ausdauerleiste aufzupassen - Angriffe und Angriffsketten haben Ausdauer verbraucht, war die weg, konnte man weiter angreifen, aber bestenfalls für ein- oder zweistelligen Schaden. Ausdauer hat sich automatisch wiederhergestellt oder wenn man perfekt ausgewichen ist - was in der Theorie für ein ziemlich dynamisches Kampferlebnis spricht. Tatsächlich war dem aber trotzdem selten so, da Ausdauer in Fähigkeiten viel zu schnell verbraucht wurde und richtiges Ausweichen das nicht kompensiert hat. Konkret stand man irgendwann einfach eine Weile rum und wartete drauf, dass die Ausdauer-Leiste wieder gefüllt wurde. Da die Bosskämpfe relativ lang dauerten, passierte das ungefähr rund 30x pro Bosskampf. Das ist nicht, was ich mir unter dynamischem Action-Kampf vorstelle. Wohlgemerkt gab es auch kaum normale Angriffe, die man verwenden konnte. Oben beschriebenes Skill-System wurde durch reguläre Angriffe angewandt - erst Skill 1/2, dann 3/4, dann 5/6, und meistens war dann die Ausdauer-Leiste leer.

    Bosskämpfe & Elite-Mobs verliefen stumpf und nicht sonderlich aufregend, da sie enorme HP besaßen und man neben der eigentlichen HP-Leiste noch eine andere Leiste herunterprügeln musste - die Rüstungsleiste. Rüstungen waren gegen 0-3 Waffenarten schwach, alles andere richtete nur vernachlässigbaren (einstelligen, yoah) Schaden an. Meistens hat ein Charakter mit dieser entsprechenden Waffe auch ausgereicht, um einen Boss über kurz oder lang in die Knie zu zwingen, aber wehe, ein Boss war gegen keine einzige Waffe schwach. Das passierte, und wenn, dann konnte man der Rüstungsleiste nur im Schneckentempo beim Sinken zusehen. Bosse haben zum Glück regelmäßig ihre Schwächen gewechselt, sodass man irgendwann trotzdem zum Zug gekommen ist, auch wenn ein Boss vorübergehend keine Schwäche gezeigt hat. Erst wenn die Rüstungsleiste komplett aufgebraucht wurde, konnten HP überhaupt Schaden zugefügt werden, vorher war ein Boss einfach unverwundbar. Mit dem Aufbrauchen der Rüstungsleiste folgte außerdem eine Phase, in der der Boss nichts mehr gemacht hat - und was das Zeichen war alles zu zünden, was auch nur ging. Ausgenommen davon war die Ultimate Trinity Trigger, den man auch aufladen konnte, was in rund 15% HP-Schaden am Boss resultierte. Kann man mitnehmen, ging aber im Durchschnitt nur 1x/Kampf. Später kamen auch noch Mechaniken wie Auren hinzu, die entweder nur von einem bestimmten Charakter entfernt werden konnten (wodurch man zu diesem Charakter wechseln musste) oder von einer bestimmten Waffe. Ersteres sollte wohl verhindern, dass man bestimmte Charaktere vernachlässigt, letzteres dasselbe bei Waffen. Wirkt auch im ersten Moment gut durchdacht, außer, wenn man herausfinden muss, welche Aura zu welchem Charakter oder Waffe gehört.

    Zuletzt noch ein bisschen was Allgemeines. Nicht nur Monster machten einem das Leben in den Dungeons schwer, sondern auch Ailments, die durch die Monster regelmäßig Verwendung fanden. Bestimmt rund 60% der Trashmobs hatten Zugriff auf entweder Gift, Paralyse, Langsam, Fluch oder Waffenbruch und zwangen einen, regelmäßig irgendwelche Mittelchen dagegen zu schlucken. Gift und Paralyse sind selbsterklärend, Langsam reduzierte das Angriffstempo, Fluch erhöhte den Ausdauerverbrauch und senkte die Selbstregeneration und beim Waffenbruch war gar keine Aktion mehr möglich. Heilmittel waren im Übrigen auf 20(Ailment-Heilung)/10 (HP-Heilung, ST-Wiederbelebung)/5 (MT-Heilung) limitiert und teilweise brauchte man diese Heilmittel auch, wenn sich die KI wieder angestellt hat wie der letzte Trottel. Nach dem Endboss beispielsweise hatte ich nur noch die MT-Heilmittel übrig und ein Item von jeder anderen Sorte.

    Fazit (5,5/10):

    Ich glaub, Trinity Trigger war eine der faszinierenden Erfahrungen überhaupt in der gesamten Challenge. Das Spiel selbst war nicht mal wirklich gut, die Erfahrung, das gespielt zu haben, aber schon - wie aus überwiegend gut durchdachten und auch umgesetzten Mechaniken ein Spiel herauskommt, das weder wirklich Spaß gemacht hat, noch in einer anderen Form für Begeisterung gesorgt hat, sondern sich einfach nur stumpf spielt.

    Die Story war ein zweischneidiges Schwert mit Tendenz zum Negativen. Auf der einen Seite wusste sie genau, wo sie hinwill, hinterlässt dabei allerdings zu viele Logiklücken und anderen Blödsinn. Auf der anderen Seite muss ich sagen, mochte ich wirklich das Quest-Design, das nochmal wesentlich mehr Lore in die Welt bringt. Hinzu kommt leider aber auch, dass sowohl Cyans weitere Mitstreiter als auch seine Gegenspieler bleich sind wie weiße Wandfarbe. Sowohl Elise als auch Zantis spielen keine nennenswerte Rolle und der Konflikt, um den sich das Spiel dreht, ist ziemlich herbeikonstruiert.

    Das Gameplay leidet dann eher drunter, dass es sich - trotz der allgemein durchdachten Aspekte - ziemlich plump spielt. Man erhält zwar eine Menge Möglichkeiten der Customization in Form von Waffen, Skills, Kristallen und Crafting, hat aber gleichzeitig nicht das Gefühl, dass irgendwas davon wirklich relevant ist, außer vielleicht das Kristallsystem, das den Waffen und der Ausrüstung schon einen ziemlichen Werteboost gibt. Wie schon oft erwähnt: Sehr faszinierend, auf eine wirklich seltsame Art und Weise.

    Geändert von Kael (09.05.2024 um 19:44 Uhr)

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